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BSH20A „Stories“ - kollektives, urbanes Leben in Amsterdam

Olaf Gipser und Britta Bach, September 2021

Im ehemaligen Industriehafen von Amsterdam entstand in den vergangenen drei Jahren mit dem BSH20A «Stories» ein gemischt genutzter Wohnturm mit 35 Wohn- und Gewerbeeinheiten und einer Tiefgarage.

Verbindungen verschiedener Lebensräume schaffen

Das BSH20A „Stories“ befasst sich mit der Herausforderung eines gemeinschaftlichen, nachhaltigen und gesunden städtischen Lebens mit hoher Wohndichte. Als Wohnungsbaugenossenschaftsprojekt verbindet es verschiedene Lebensräume und schafft so neue Möglichkeiten.

Größtenteils aus erneuerbaren, biobasierten Ressourcen gebaut, setzt das Projekt auf das Prinzip des „offenen Bauens“.

Das BSH20A «Stories» ist das gemeinsame Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen seinen neuen Bewohnern, dem Architekten, den Bauunternehmern und Beratern. So konnte von Beginn an auf verschiedene Anforderungen und die Bedürfnisse eines zukunftsorientierten Lebens und Arbeitens in der Stadt eingegangen werden.

  • Ein 11 m hoher Sockel, bestehend aus einer konventionellen Betonfertigteilkonstruktion, bildet die Basis fĂĽr einen insgesamt 45 m hohen Turm aus Brettsperrholz (BSP).  Quelle: Olaf Gipser Architects
    Ein 11 m hoher Sockel, bestehend aus einer konventionellen Betonfertigteilkonstruktion, bildet die Basis fĂĽr einen insgesamt 45 m hohen Turm aus Brettsperrholz (BSP). Quelle: Olaf Gipser Architects
  • Ein 11 m hoher Sockel, bestehend aus einer konventionellen Betonfertigteilkonstruktion, bildet die Basis fĂĽr einen insgesamt 45 m hohen Turm aus Brettsperrholz (BSP).  Quelle: Olaf Gipser Architects
    Ein 11 m hoher Sockel, bestehend aus einer konventionellen Betonfertigteilkonstruktion, bildet die Basis fĂĽr einen insgesamt 45 m hohen Turm aus Brettsperrholz (BSP). Quelle: Olaf Gipser Architects

Doch «Stories» bietet nicht nur privaten Raum, sondern thematisiert das kollektive, urbane Leben in der Stadt. Eine umhüllende Stahlkonstruktion enthält weitläufige Außenräume in Form von privaten Balkonen und Wintergärten, die gleichzeitig auch architektonische Verschattungselemente sind. Ein Gemeinschaftsdach kann für Urban Farming genutzt werden. Dieses ist mit einem gemeinsamen, multifunktionalen Innenraum verbunden. Das Gebäude besitzt 57 doppelstöckige Vegetationseinheiten. Die größeren davon sind Nischen für Bäume, Büsche, Gräser und Tierleben.

Sie fungieren als Sichtschutz zwischen den einzelnen Einheiten, als Infrastruktur für eine gesunde Umwelt und ein Mikroklima, dass die lokale städtische Biodiversität bereichert.

  • Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser
    Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser
  • Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser
    Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser
  • Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser
    Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser
  • Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser
    Baustellenimpressionen Quelle: Olaf Gipser

Größtmögliche Flexibilität in Nutzung und Unterteilung

Große Öffnungen ermöglichen eine räumliche Verbindung über die Erker hinweg und eine flexible Unterteilung von einer bis zu sechs Einzeleinheiten pro Etage. Die Wände sind mit feuer- und schalldämmenden Gipskartonplatten verkleidet. Die Böden bestehen ebenfalls aus CLT-Platten, die in den darunterliegenden Geschossen als Holzdecken freigelegt und mit einer Schaumbeton-Massenschicht zur Schalldämmung kombiniert werden.

  • Quelle: Olaf Gipser Architects
    Quelle: Olaf Gipser Architects
  • Quelle: Olaf Gipser Architects
    Quelle: Olaf Gipser Architects

«Stories» umfasst 29 Wohnungen mit einer Größe von 43 m² bis 185 m², viele davon kombiniert mit Arbeits- und Gewerbeflächen, die Wohnen und Arbeiten an einem Standort ermöglichen. Das Objekt bietet zehn verschiedene Wohnungstypen, bestehend aus ein- und zweigeschossigen Einheiten. Die Deckenhöhe beträgt 2,87 bzw. 6,12 m.

  • Adrian Saurer, Projektleiter
    Adrian Saurer, Projektleiter

Persönliche und fachliche Herausforderungen

«Meine persönlichen Herausforderungen bei diesem Projekt bestanden sicher auch darin, sich mit den holländischen Normen vertraut zu machen, die von den deutschen und auch den schweizerischen Normen abweichen, und mit der Sprachbarriere. Da musste das gesamte Team nicht nur planerisch seine Kreativität unter Beweis stellen, sondern darauf achten, dass es aufgrund der Sprachunterschiede während der Planung und Ausführung nicht zu Missverständnissen kommt», sagt Projektleiter Adrian Saurer. «Die fachlichen Herausforderungen lagen vor allem darin, die Schnittstelle des Holzbaus mit dem Massivkern in Betonfertigteilen zu koordinieren und umzusetzen. Weiter fand ich den vertikalen Lastabtrag aus Brettsperrholzwandstücken mit daraufgelegten Unterzügen in Brettschichtholz spannend. Der Schallschutz mit Brettsperrholz und Vorsatzschalen aus Gipskartonplatten verlangte in der Detailentwicklung eine sorgfältige Arbeitsweise, dass alle relevanten Punkte in den Details abgebildet wurden und durch den Schallschutzverantwortlichen beurteilt werden konnten.»

«Stories» bietet ein erweitertes Kollektiv von Mensch und Lebensraum.

Spannende Facts & Figures

  • Bauzeit: 2018 – 2021
  • Bauherr: Baugruppe BSH20A | Heutink Groep, NL-8144 RC Lierderholthuis
  • Architektur: Olaf Gipser Architects B.V., NL-1086 XK Amsterdam
  • Tragwerksplanung, Bauphysik: PIRMIN JUNG Deutschland GmbH, DE-53424 Remagen
  • Holzbau: W. u. J. Derix GmbH & Co. KG, DE-41372 NiederkrĂĽchten
  • Werkstattplanung Holzbau: Constructie Adviesbureau Geuijen, NL-7091 RP Dinxperlo
  • Betonbau: Alferink van Schieveen, NL-8025 BZ Zwolle
  • Fotografie: Olaf Gipser, Titelbild: Luuk Kramer

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