Der Kanton Aargau baut ein zweigeschossiges Objekt für den Laborbetrieb. Dieser bringt im EG Büro- und im OG Laborräume unter. Im Bau kommen 50 x 50 Meter Holzbetonverbund-Rippendecken zum Einsatz, die in Bezug auf den Laborbetrieb sehr hohe Schwinungsanforderungen erfüllen müssen. Der Kern des Gebäudes ist aus Beton. Darauf aufgelegt sind vier beidseits rund 7 Meter auskragende Holzfachwerkträger, welche ein geschlossenes Quadrat bilden. An diese Fachwerkträger schliessen die Holzrippen, welche im Dach 11.5 Meter weit gespannt und im Untergeschoss zweifeldrig 4.6 und 6.9 Meter ausgebildet sind, an. Durch die hohen Anforderungen und die beachtlichen Spannweiten wird im Gebäude mit rund 1000 m3 Brettschichtholz eine grosse Menge des vom eigenen Kantonswald bereitgestellten Holzes verbaut. Bezüglich Brandschutz wird das Gebäude in geringer Höhe in Gewerbe- und Büronutzung eingestuft. Die Fluchtwege führen im UG über zwei Aussentreppen direkt ins Freie. Das Obergeschoss wird über einen umlaufenden Laubengang und zwei Aussentreppen entfluchtet.
Generelle Info
Der Kanton Aargau hat ein zweigeschossiges Objekt für den Laborbetrieb realisiert. Der in Rottönen eingefärbte Bau verbindet hohe Ansprüche an die Labornutzung, eine zukunftsweisende Arbeitsumgebung sowie eine nachhaltige Bauweise. Erstmals wurde ein Laborgebäude in hybrider Holz-Beton-Konstruktion umgesetzt. Im Erdgeschoss sind Büroräume untergebracht, im Obergeschoss die Laborräume.
Tragwerksplanung
Der Bau wurde als Skelettbau mit weitgespannten Decken und vier zentralen Betonkernen für Steigzonen und Treppen ausgeführt. Der Kern des Gebäudes, in dem sich auch die sensiblen Messlabore befinden, ist in Betonbauweise erstellt. Darauf aufgelegt sind vier beidseits rund 7 Meter auskragende Holzfachwerkträger, die ein geschlossenes Quadrat bilden. Zur Anwendung kamen Holz-Beton-Verbundrippendecken mit einer Ausdehnung von 50 × 50 Metern. In Bezug auf den Laborbetrieb erfüllen diese Decken hohe Schwingungsanforderungen (VC-A). Die Holzrippen schliessen an die Fachwerkträger an und spannen im Dachbereich bis zu 11,5 Meter. Im Erdgeschoss sind sie zweifeldrig mit Spannweiten von 4,6 und 6,9 Metern ausgebildet. Die Holzbauteile sind weitgehend auf Druckkontakt gefügt. Dies ermöglichte einen minimalen Einsatz von Stahlteilen, was wiederum eine allfällige spätere Demontierbarkeit erleichtert.
Die Aussteifung des leicht wirkenden Pavillons erfolgt über den massiven Kern, um den sich die hellen Arbeitsbereiche in Holz gruppieren. Im Projekt wurden rund 1'000 Kubikmeter Brettschichtholz verbaut, wofür rund 2'600 Kubikmeter Rundholz aus dem Aargauer Staatswald verwendet wurden. Das Gebäude ist auf allen Seiten von einem breiten Laubengang umschlossen. Die Fassade ist rötlich eingefärbt mit einer Lasur, welche die Holzstruktur sichtbar lässt. Um das Gebäude herum wurde eine biodiverse Umgebung geschaffen. Der Bau ist so ausgelegt, dass eine Aufstockung um zwei weitere Geschosse möglich ist.
Das Projekt wurde mit der BIM-Methode geplant und umgesetzt, wodurch die Planungs- und Bauprozesse sowie insbesondere die Koordination zwischen Holzbau und HLKS-Planung optimiert werden konnten. Der Holzbau wie auch die HLKS-Leitungen wurden vollständig auf Basis des BIM-Modells vorgefertigt produziert.
Brandschutz
Bezüglich Brandschutz wird das Gebäude mit einer Gesamthöhe von 9 Metern, das als Gewerbe und Büro genutzt wird, als Gebäude geringer Höhe eingestuft. Die Fluchtwege führen im Erdgeschoss direkt ins Freie, im Obergeschoss über einen umlaufenden Laubengang mit vier Aussentreppen. Das Untergeschoss wird ebenfalls über zwei Aussentreppen entfluchtet. Dadurch kann der grosszügige Innenraum im Erdgeschoss uneingeschränkt genutzt werden.
Innovation
Mit diesem Projekt wurde erstmals der Bau eines Laborgebäudes in hybrider Holz-Beton-Konstruktion realisiert. Die Deckenkonstruktion musste dabei hohe Schwingungsanforderungen von VC-A erfüllen.
Projektinformationen
- Standort
- Mönchmattweg 6 5035 Unterentfelden
- Fertigstellung
- 2024
- Bauherrschaft
- Kanton Aargau Immobilien Aargau (IMAG) 5001 Aarau
- Architektur
- Markus Schietsch Architekten GmbH 8004 ZĂĽrich
- Holzbau
- HUSNER AG Holzbau 5070 Frick
- Fotografie
- Federico Farinatti, ZĂĽrich
- Bauart
- Verwaltungs- und Laborbau
- Geschosse
- 2
- Bauzeit
- März 2022 – Oktober 2024
- Gebäudegrundfläche
- 2’710 m²
- Geschossfläche
- 6’115 m²
- Gebäudevolumen
- 30’226 m³
- Verbautes Holz
- 1’000 m³ Tragkonstruktion: Brettschichtholz, Fichte Aussenstützen: Rundholz massiv, Fichte Holzständer: Rahmenbaukanteln, Fichte Fassade: Dreischichtplatten, Fichte
- Grösste Spannweite
- Decke: 6,9 m Dach: 11,5 m
- Kosten Holzbau
- 2,7 Mio. CHF
- Erstellungskosten
- 39,4 Mio. CHF














