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CiiM HZI Hannover

In Hannover wird mit dem Neubau des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung an der medizinischen Hochschule ein dreigeschossiges Gebäude mit Labor- und Büroräumen in energieeffizienter Holzbauweise entstehen. Die Laborbereiche mit hohen Nutz- und Ausbaulasten werden in Holz-Betonverbund geplant. Die Holzfassade (Lisenen) wird über alle Geschosse ausgeführt. Zur Aussteifung sind drei Massivbaukerne - für die Treppenhäuser und den Tiefgaragenschacht - vorgesehen. Zur Verbesserung der Raumakustik werden die Decken als Holzakustikdecken geplant. Die erforderlichen Maßnahmen hinsichtlich des sommerlichen Wärmeschutzes wurde im Projekt bereits frühzeitig durch eine thermische Simulation analysiert. Das Gebäude wird über das Fernwärmenetz der Stadt Hannover mit Heizwärme versorgt.

  1. Generelle Info

    Mit dem Neubau des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung entsteht am Campus der Medizinischen Hochschule Hannover ein dreigeschossiges Labor- und Bürogebäude. Es verbindet hohe funktionale Anforderungen mit einer konsequenten Holzbauweise. Der Entwurf berücksichtigt die besonderen Anforderungen eines Forschungsbaus – hohe Lasten, komplexe Haustechnik und sicherheitsrelevante Zonen – und setzt sie in eine konstruktiv klare, energieeffiziente Struktur aus Holz, Holz-Beton-Verbund und punktuell eingesetzten mineralischen Bauteilen um.

  2. Tragwerksplanung

    Als zentrales Element des Tragwerks dienen Holz-Beton-Verbunddecken in den Labor- und Bürobereichen. Sie ermöglichen die Aufnahme hoher Nutz- und Ausbaulasten, wie sie durch Großgeräte, Zentrifugen oder technische Zentralen entstehen. Der Verbund von Beton und Brettschichtholz-Rippen wird über Vollgewindeschrauben hergestellt, die Betonplatte wurde mit Stahlbeton-Halbfertigteilen hergestellt. Diese Konstruktion kombiniert gekonnt Tragfähigkeit, Schwingungssicherheit und Materialeffizienz.

    Große Spannweiten in einzelnen Laborzonen werden durch gezielt eingesetzte Stahlunterzüge überbrückt. Die Aussteifung des Gebäudes übernehmen drei Stahlbetonkerne für Treppenhäuser und vertikale Haustechnik- Erschließung. Sie sind stark von TGA-Leitungen durchdrungen, was eine präzise Abstimmung der zahlreichen Wand- und Deckendurchbrüche erforderte – auch unter Berücksichtigung von Bereichen mit Explosionslasten.

    Ein konstruktiver Sonderfall sind die bis zu sieben Meter hohen Attikawände, hinter denen umfangreiche technische Anlagen verborgen werden. Zur Aussteifung wurde ein schräg liegendes Stahlfachwerk entwickelt, dessen Knotenpunkte dreidimensional hochkomplex ausgebildet sind und die filigranen Holzbauteile zuverlässig stabilisieren.

    Die geschlossene Holzfassade aus Nut-Feder-Brettern wird durch vorgesetzte Lisenen aus Lärchen-Brettschichtholz gegliedert und zieht sich über alle Geschosse.

  3. Bauphysik und Nachhaltigkeit

    Die abgehängten Holzakustikdecken von Lignotrend leisten einen wesentlichen Beitrag zur Raumqualität in den Büro- und Kommunikationszonen. Im Foyer gibt es eine am Holztragwerk aufgehängte Wendeltreppe, die die konstruktiven Möglichkeiten des Materials sichtbar macht. Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz wurden bereits in einer frühen Planungsphase mithilfe thermischer Simulationen überprüft und in die Konstruktion integriert.

  4. Innovation

    Der Neubau des Helmholtz-Zentrums beweist, dass selbst anspruchsvolle Laborgebäude mit hohen sicherheitstechnischen und statischen Anforderungen im Holzbau realisierbar sind. Als Sonderbau und Laborgebäude der Gebäudeklasse 4 unterliegt das Projekt erhöhten bauordnungsrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen. Diese wurden bereits in der Tragwerkskonzeption konsequent berücksichtigt.

    Die Verbindung von Holzbau, Laborfunktion und komplexer Gebäudetechnik stellt hohe Anforderungen an die Planungstiefe, Koordination und konstruktive Präzision. So demonstriert der neue Gebäudekomplex das Potenzial des Holzbaus jenseits klassischer Nutzungen als tragfähige, wirtschaftliche und architektonisch überzeugende Lösung im Forschungsbau.

Projektinformationen
Standort
Feodor-Lynen-Straße 30625 Hannover
Bauherrschaft
HZI Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung 38124 Braunschweig
Architektur
Telluride Architektur GmbH 10829 Berlin
Holzbau
Zimmerei Sieveke 49393 Lohne
Fotografie
Telluride Architektur Bild: Imagina Visual Collaboration
Bauart
Verwaltung und Büro Labor
Geschosse
3
Montage Holzbau
Januar 2024 - Dezember 2024
Gebäudegrundfläche
4´776 m2
Geschossfläche
2´179 m2
Gebäudevolumen
20´540 m3
Verbautes Holz
850 m3
Grösste Spannweite
8,25 m
Kosten Holzbau
7,6 Mio EUR inklusive Fassade und Fenster
Erstellungskosten
KG 300 19,2 Mio EUR KG 400 13.3 Mio EUR

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