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Feuerwache Wegberg

Bei der Entscheidung, den Neubau der Feuerwache als Holzkonstruktion zu realisieren, spielten neben der ästhetischen Optik auch Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine Rolle. Durch die Karbonisierung der Holzfassade soll die Oberfläche langfristig geschützt werden, ohne dass Anstriche oder chemische Zusätze erforderlich sind. Bei diesem traditionellen Verfahren wird die Oberfläche des Holzes einem kontrollierten Verkohlungsprozess ausgesetzt. Das Ergebnis ist eine schwarz-silbrig glänzende Oberfläche, die das Holz vor eindringendem Wasser, Schimmelpilzen und Schädlingen schützt. Da die neue Feuerwache als Passivhaus konzipiert ist, steht bei ihr die nachhaltige Verwendung von Materialien und Ressourcen im Vordergrund. Wiederverwendbare und recycelbare Baumaterialien sowie energetisch optimierte Ausstattungen sind entscheidende Faktoren zur Sicherung eines hohen ökologischen Standards. Darüber hinaus wird die ökonomische Qualität zum großen Teil über wartungsarme Bauteile und Materialien sichergestellt.

  1. Generelle Info

    Mit der neuen Feuerwache in Wegberg wurde ein modernes, zweigeschossiges Einsatzgebäude realisiert, das Funktionalität, Nachhaltigkeit und konstruktive Präzision vereint. Als Passivhaus konzipiert, handelt es sich um einen nichtgeregelten Sonderbau, welcher der Gebäudeklasse 3 zugeordnet wird. Aufgrund der besonderen sicherheitstechnischen Vorgaben für das Bauen in Erdbebengebieten, fällt das Objekt in die höchstmögliche Bedeutungskategorie IV. Entstanden ist ein Gebäude mit großer räumlicher Ausdehnung, klar gegliederten Funktionsbereichen und einer Tragstruktur, die präzise auf die spezifischen Beanspruchungen einer modernen Feuerwache reagiert.

  2. Tragwerksplanung

    Das Tragwerkskonzept folgt konsequent der inneren Organisation des Gebäudes. In den Aufenthalts- und Verwaltungsbereichen wurden Holz-Beton-Verbunddecken verwendet. Diese übernehmen nicht nur die statische Funktion, sondern wirken zugleich als akustisch wirksame Deckenflächen. Die Kombination aus einer Massivholzschicht und aufbetonierter Stahlbetonplatte, ermöglicht wirtschaftliche Spannweiten, eine hohe Steifigkeit und robuste Oberflächen für den täglichen Betrieb.

    Im Bereich der Fahrzeughalle prägt eine sichtbare Brettschichtholz-Rippenkonstruktion den Raum. Die Konstruktion bleibt bewusst ablesbar und verleiht der Halle eine klare, technische Ästhetik. Gleichzeitig erfüllt sie die Anforderungen an große Spannweiten und die intensive Nutzung durch die Einsatzfahrzeuge.

    Die Trennwand zwischen Fahrzeughalle und den übrigen Nutzungsbereichen wurde als kerngedämmte Stahlbeton-Hohlkammer-Fertigteilelementwand ausgeführt. In diesem hoch beanspruchten Bereich bietet der massive Aufbau zusätzliche Robustheit und Widerstandsfähigkeit.

    Die stützenfreie Auskragung des Obergeschosses im Eingangsbereich setzt einen markanten optischen Akzent. Sie schafft eine überdachte Vorzone und definiert zugleich den repräsentativen Zugang, ohne dass im Erdgeschoss zusätzliche Stützen erforderlich sind

  3. Brandschutz

    Da es sich um einen nicht geregelten Sonderbau handelt, erfordert die Feuerwache im Brandschutz ein auf die Erfordernisse des Objekts abgestimmtes Konzept. Abweichungen, wie der Verzicht auf einen notwendigen Treppenraum und Flure, wurden im Rahmen eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts kompensiert.

  4. Bauphysik und Nachhaltigkeit

    Die als Passivhaus konzipierte Feuerwache zeichnet sich durch wiederverwendbare und recycelbare Materialien, eine energetisch optimierte Ausstattung sowie wartungsarme Bauteile aus und verbindet ökologische und ökonomische Qualität. Die konstruktive Trennung der Holz- und Massivbaubereiche erleichtert eine spätere Anpassung oder einen Rückbau.

  5. Innovation

    Die Feuerwache verbindet optimal Holz- und Massivbau in einem Gebäude, in dem die Funktionen eng aufeinander abgestimmt sind. Bei der Planung standen kurze Wege, klar zonierte Funktionsbereiche und optimierte Arbeitsabläufe im Mittelpunkt. Dies erforderte eine enge Abstimmung mit Architektur und Fachplanung – von der Detailentwicklung bis zur Baustellenkoordination. So konnten Toleranzen gering gehalten und der Bauablauf präzise gesteuert werden.

    Ein besonders markantes Merkmal ist die verkohlte Oberfläche der Holzfassade. Ihre schwarz-silbrig und seidig glänzende Struktur entsteht durch das aus Japan stammende Verfahren «Yakisugi». Durch das kontrollierte Karbonisieren wird das Holz dauerhaft vor Feuchtigkeit, Pilzbefall und Schädlingen geschützt.

    Entstanden ist ein robustes, nachhaltiges Einsatzgebäude, das konstruktive Klarheit mit hoher technischer Leistungsfähigkeit verbindet und für den Ernstfall sowie den täglichen Betrieb ausgelegt ist.

Projektinformationen
Standort
Maaseiker Straße 89 41844 Wegberg
Fertigstellung
2024
Bauherrschaft
Stadt Wegberg 41844 Wegberg
Architektur
Scheidt Kasprusch Gesellschaft von Architekten mbH 10997 Berlin
Holzbau
Holzbau Brüggemann GmbH & Co. KG 48485 Neuenkirchen
Fotografie
Constantin Meyer, Köln
Bauart
Feuerwehr
Geschosse
2
Bauzeit
2022 - 2024
Gebäudegrundfläche
2´700 m2
Geschossfläche
2´034 m2
Gebäudevolumen
12´961 m3
Grösste Spannweite
Decke: 8,60 m Dach: 8,45 m

Unsere Dienstleistungen

Auszeichnungen
2025/26
HolzbauPlus | Kategorie Kommunale Gebäude
2024
Holzbaupreis NRW 2024

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