In Diemersteiner Tal nahe Kaiserslautern entsteht der neue Holz-Forschungscampus des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Kaiserslautern. Die Statik und Konstruktion des ersten Bauwerks, eines Holzpavillons als Eingang zum Gelände, wurden von PIRMIN JUNG geplant. Verantwortlich für das Projekt ist die Forschungsgruppe Digital Timber Construction DTC an der TU Kaiserslautern unter der Leitung von Jun. Prof. Dr. Christopher Robeller. Sie hat eine Software entwickelt, mit der sich aus Brettsperrholzabschnitten leichte Flächentragwerke aus Holz fertigen lassen. Die Kuppel des Pavillons überspannt 12 Meter ohne Stützen und ist fast vier Meter hoch. Drei Flügel reichen vom Kuppeldach vorbei an drei großen, bogenförmigen Eingängen bis zum Fundament. Die Konstruktion zeigt eindrucksvoll, was allein mit Holz und ohne Metallelemente möglich ist.
Generelle Info
Im Diemersteiner Tal nahe Kaiserslautern entsteht der neue Holz-Forschungscampus der TU Kaiserslautern. Wir haben die Statik und Konstruktion des ersten Bauwerks, eines Holzpavillons als Eingang zum Gelände, geplant. Mithilfe einer eigens von der Forschungsgruppe entwickelten Software werden Brettsperrholzabschnitte zu leichten Flächentragwerken verarbeitet. Die Kuppel des Pavillons spannt so über zwölf Meter weit frei und ist fast vier Meter hoch. Drei Flügel reichen vom Kuppeldach vorbei an drei großen, bogenförmigen Eingängen bis auf das Fundament.
Tragwerksplanung
Die Kuppel selbst folgt der Logik einer Schale: Ihre Tragfähigkeit ergibt sich aus ihrer Geometrie und hat den großen Vorteil einer hohen Materialeffizienz. Das Schalentragwerk konnte aus nur zehn Zentimeter starken Brettsperrholzplatten errichtet werden. Es nimmt Lasten flächig auf und leitet sie über seine Form ab. Eine zusätzliche Unterkonstruktion ist nicht erforderlich.
Besonderes Augenmerk lag auf der konstruktiven Durcharbeitung der Fügungen. Die einzelnen Schalensegmente sind über präzise ausgearbeitete Holz-Holz-Verbindungen miteinander verbunden. Metallische Verbindungsmittel wurden im Primärtragwerk vollständig vermieden. Stattdessen kommen eingeklebte Buchendübel und X-fix-Verbinder zum Einsatz, die die Kräfte zuverlässig übertragen und zugleich die Idee eines konsequenten Holztragwerks unterstreichen.
Diese Präzision wurde durch einen durchgängigen digitalen Planungs- und Fertigungsprozess erreicht. Die Geometrie, Segmentierung und Montagefolge der über 200 etwa 60 Zentimeter großen, fünf- bis siebeneckigen Bauteile wurde aus dem Entwurf heraus entwickelt und direkt in die CNC-Fertigung überführt.
Auch der ressourcenschonende Umgang ist Teil des Konzepts. So wurden für die Schale gezielt Recycling-Abschnitte aus Brettsperrholz verwendet, die bei der Herstellung von Wandbauteilen für mehrgeschossige Gebäude als Abfallprodukt entstehen.
Innovation
Die Holzkuppel ist beispielhaft. Sie steht für einen Holzbau, der sich von der Logik klassischer Stabtragwerke löst und stattdessen flächige, formaktive Strukturen in den Mittelpunkt stellt. Zugleich verdeutlicht sie die wachsende Bedeutung digitaler Planung als Werkzeug zur Entwicklung und Umsetzung neuer konstruktiver Lösungen. Die Freiform im Diemersteiner Tal beweist, dass Holz in Kombination mit gezielt recyclingfähigem Material einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leisten kann, wenn Entwurf, Konstruktion und Fertigung von Beginn an zusammengedacht werden.
Projektinformationen
- Standort
- Diemersteiner Tal 67468 Frankenstein
- Fertigstellung
- 2019
- Bauherrschaft
- Technische Universität Kaiserslautern 67653 Kaiserslautern
- Architektur
- Prof. Dr. Christopher Robeller «Digital Timber Construction DTC» TU Kaiserslautern 67663 Kaiserslautern
- Holzbau
- CLTECH GmbH & Co. KG 67661 Kaiserslautern
- Bauart
- Forschung und Entwicklung
- Planung Holzbau
- Mai 2019 - August 2019
- Montage Holzbau
- August 2019
- Gebäudegrundfläche
- 118 m2
- Geschossfläche
- 113 m2
- Gebäudevolumen
- 228 m3
- Verbautes Holz
- 7,6 m3
- Grösste Spannweite
- Dach: 12 m
- Besondere Konstruktion
- Kuppel


















