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Mehrfamilienhäuser Suurstoffi Baufeld 3

Neun Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 156 Wohnungen hat die Zug Estates AG auf dem Suurstoffi Areal in Rotkreuz gebaut. Vier davon in Rahmenbauweise mit sichtbaren Holz-Beton-Verbund Decken und die andern fünf in Brettsperrholzbauweise. Verbunden wird das Areal über die Tiefgarage im UG mit ca. 12‘000 m2. Darauf wurden von den Architekten die neun Wohnkuben optimal angeordnet. Die Erschliessung der fünf Brettsperrholzbauten erfolgt aus dem UG über Treppenhäuser mit Sichtbeton. Ganz anders die Treppenhauskerne der ersten vier Häuser – diese sind mit dem objektbezogenen Brandschutzkonzept in Holzrahmenbauweise gebaut. Wir unterstützten das Projekt zusätzlich in den Bereichen Akustik, Schall- und Feuchteschutz.

  1. Generelle Info

    Neun Mehrfamilienhäuser mit Pavilloncharakter, welche insgesamt 156 Wohnungen beherbergen, wurden auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz gebaut. Vier davon sind in Rahmenbauweise mit sichtbaren Holz-Beton-Verbunddecken realisiert, die anderen fünf in Rahmen- und Brettsperrholzbauweise mit Brettsperrholzdecken.

  2. Tragwerksplanung

    Die Gebäude auf dem Areal sind über eine Tiefgarage in Massivbauweise im Untergeschoss und über eine Fläche von rund 12'000 Quadratmetern miteinander verbunden. Darauf sind insgesamt neun Wohnkuben errichtet und als Ensemble optimal angeordnet. Die Bauten 1–4 knüpfen mit ihrer abgeschrägten Balkonschicht an die Geometrie der bestehenden Häuser auf dem benachbarten Baufeld an, die rechtwinkligen Häuser 5–9 schaffen den Übergang zu den Bauten auf dem Ostareal. Alle neun Häuser wurden ab der Betondecke über der Tiefgarage als Holzbauten realisiert.


    Die Häuser 1–4 sind als effiziente Schottenstruktur in Holzbauweise errichtet. Speziell und erstmalig ist, dass die Erschliessungskerne dieser vier Gebäude ebenfalls in Holzrahmenbauweise konzipiert wurden. Einzig die Liftschächte bestehen aus Beton-Fertigelementen, welche aber auch vom ausführenden Holzbauer montiert wurden. Die als Holzrahmenbau ausgeführten Aussen- und Innenwände, über welche auch die Stabilisierung erfolgt, sind beidseitig mit Gipsfaserplatten beplankt. Der Decken- und Dachaufbau wurde als Holz-Beton-Verbund ausgeführt. Die auf der Süd- und Westseite vorgelagerte und abgeschrägte Balkonschicht lässt das Volumen leicht und elegant erscheinen. Die Aussenhülle wurde in hellem, gekantetem Blech ausgeführt. Dahinter, insbesondere im Bereich der Balkonschicht, ist der in warmen Farben gehaltene Holzbau sichtbar.


    Die Häuser 5–9 sind über die massiven Treppenhauskerne erschlossen, welche zugleich als Gesamtstab der Gebäude dienen. Um diese Betonkerne herum sind die Decken- und Dachelemente in Brettsperrholz angeordnet, welche auch im Innenbereich gut sichtbar sind. Die tragenden Innenwände sind aus grossformatigen Brettsperrholztafeln realisiert, welche mit Gipsfaserplatten bekleidet wurden. Die Aussenwände sind auch bei diesen Gebäuden in Holzrahmenbauweise ausgeführt. Grosse Fensterfronten bieten Blick in die Landschaft. Die Aussenhülle der Gebäude besteht aus einer hinterlüfteten Holzständerfassade aus Weisstannenholz, welche mit senkrechten Holzrippen überzogen wurde. Als Witterungsschutz sind die Fassadenteile mit einem Anstrich versehen, welcher die Gebäude silbern schimmern lässt.

  3. Brandschutz

    Hinsichtlich Brandschutz war ein projektspezifisches Konzept gefordert. Nicht nur, weil das Areal und insbesondere seine Baukörper über eine Tiefgarage mit grosser Fläche verbunden sind, sondern auch, weil erstmals ein viergeschossiger Bau mit Treppenhäusern in Holzbauweise realisiert wurde. Für die Erfüllung der Brandschutzanforderungen mussten die tragenden Wände mit Gipsauflagen versehen werden. Die Gebäude sind nach der Brandschutznorm R60 auf einen Feuerwiderstand von 60 Minuten ausgelegt.

  4. Bauphysik und Nachhaltigkeit

    Im Projekt haben wir die Planung der Raumakustik und des Schallschutzes übernommen, ebenso jene des Feuchteschutzes. Damit die Brettschichtholzdecken unterseitig sichtbar blieben, wurde der Schallschutz über Schüttungen und den Unterlagsboden gelöst.

  5. Innovation

    Mit dem grössten Immobilieneigentümer der Zentralschweiz wurde hier ein ganzes Areal mit verschiedenen Bauten und Konstruktionen realisiert. Erstmals wurde eine viergeschossige Wohnüberbauung mit Treppenhäusern in Holzbauweise geplant und ausgeführt.

Projektinformationen
Standort
6343 Risch-Rotkreuz
Fertigstellung
2014
Bauherrschaft
Zug Estates AG 6304 Zug
Architektur
MASSWERK Müller Sigrist Architekten AG 6005 Luzern
Holzbau
BISANG Holzbau AG, Küssnacht am Rigi Hecht Holzbau AG, Sursee Tschopp Holzbau AG, Hochdorf
Fotografie
Claudia Luperto, Winterthur
Wettbewerb
2011, 1. Rang
Bauart
Wohnen
Geschosse
4
Bauzeit
Juli 2013 – August 2015
Geschossfläche
127’569 m² (inkl. Parking) Häuser 1-4: 7’700 m² Häuser 5-9: 9'666 m²
Gebäudevolumen
91’002 m³ (inkl. Parking) Haus 1-4: 24'900 m³ Haus 5-9: 32'410 m³
Verbautes Holz
Haus 1-4: 2’800 m³ Bauholz Schichtverleimtes Vollholz, Brettschichtholz, Brettstapelelemente Haus 5-9: 1'850 m³ Bauholz Schichtverleimtes Vollholz, Brettschichtholz und Brettsperrholz 5'200 m² Fassadenbekleidung Schalung in Tanne
Erstellungskosten
70 Mio. CHF

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