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Naturbad Riehen

Der Holzrahmenbau des Hauptgebäudes mit Kasse, Garderobe und Cafe steht auf einer Betonbodenplatte. Auf dem Eingangsgebäude bietet das Sonnendeck eine zusätzliche Aufenthaltsfläche. Die Anlage wird dazu zweiseitig von einer Zaunanlage in Lärchenholz umschlossen. Dieser Zaun bildet den Abschluss gegen die Strasse und bietet auf dem Holzrost zusätzliche Sitz- und Liegemöglichkeiten. Auf der Aussenseite ist die gesamte Abwicklung mit einer vertikalen Stülpschalung aus Lärche bekleidet. Gegen die verschiedenen Badebecken ist die Zaunanlage mit Dreischichtplatten aus Lärche abgeschlossen. Die Zaunanlage und deren Bodenroste der Liege- und Sitzflächen sind in die Rundungen gezogen. In diesen Nischen befinden sich zusätzlich Umkleidekabinen.

  1. Generelle Info

    In Riehen, nahe der Grenze zu Basel, lädt das attraktive und naturnahe Freibad zu Sport und Erholung ein. Der Bau wurde als stimmiges und überzeugendes Ganzes gestaltet und passt sich mit seiner Ausführung – einem Holzbau auf einer Betonbodenplatte – hervorragend in die Topografie Riehens ein. Anstelle eines konventionellen Bades wurde ein natürliches Bad mit biologischem Filterkreislauf geschaffen.

  2. Tragwerksplanung

    Der von aussen flach und unauffällig wirkende Bau grenzt auf zwei Seiten – Nord und Ost – an eine abknickende Strasse sowie an ein Privatgrundstück. Die Umfassungswand übernimmt hier die natürliche Abschirmung nach aussen. Der Mittelpunkt der Anlage bildet der Badesee. Nach Süden, zum Fluss Wiese, öffnet sich die Anlage. Im Osten befindet sich das Hauptgebäude mit Eingangsbereich und Kasse, Garderoben sowie Café mit Innen- und Aussenplätzen. Die Dachterrasse wird über eine innere Treppe erschlossen und bietet eine zusätzliche Fläche zum Verweilen.


    Für den Wandaufbau wurde eine Unterkonstruktion angebracht. Auf der Innenseite wurden anschliessend die Dreischichtplatten eingehängt. Speziell in der äusserlichen Erscheinung sind die gerundeten Aussenwände in Holzrahmenbauweise beim Eingangsbereich des Hauptgebäudes. Das weitgespannte Vordach auf der Eingangsseite, das zugleich als Sonnendeck dient, wurde aufgrund der hohen Nutzlasten in Hohlkastenbauweise ausgeführt – genauer mit 280 Millimeter starken Tragrippen, die beidseitig mit 40 Millimeter dicken Dreischichtplatten schubfest verklebt wurden. Als untere sichtbare Beplankung wurde eine Lärchenholzplatte gewählt. Dort, wo sich die Elemente im Aussenbereich befinden, wurde über dem Hohlkasten zusätzlich eine Gefälldämmung mit Abdichtung und Schutzschicht angebracht. Über dem Restaurant im Erdgeschoss ist die Flachdachkonstruktion zwischen den Sparren ausgedämmt. Auf dem Unterdach befindet sich eine Konterlattung, darauf eine Holzschalung und zuletzt die Metalleindeckung.


    Die Aussenwand, die zaunartig wirkt, hat integrierte Buchten erhalten, die Platz für Liegebänke, Duschen und zusätzliche Umkleidekabinen bieten. Die Stützen für die Wandkonstruktion sind brettschichtverleimt und mit Stahlprofilen in den Köcherfundamenten eingespannt. Der obere Eckbereich wurde über einen Doppelbug aufgelöst und ist dadurch biegesteif. Je nach Lastabfall übernimmt der Bug Zug- oder Druckkräfte. Der zweiteilige Bug umfasst oben seitlich den Sparren und läuft beim Anschluss zur Stütze zusammen. Im Bereich der gewollten Rundungen liegen die Sparren auf einer zusätzlichen Stütze auf.


    Die Unterkonstruktion für den Terrassenrost bilden Aluminiumschienen, in die die vorgefertigten Brettlamellen aus feingliedrigem Lärchenholz montiert wurden. Die Lamellen sind von unten verschraubt, für die Besuchenden des Naturbades nicht sichtbar und können bei Bedarf einfach ausgetauscht werden. Das Hauptgebäude und die Zaunanlage sind gegen aussen mit einer Stülpschalung aus Lärchenholz bekleidet. Die Besonderheit bei der Montage bestand darin, dass die Fassadenbretter entsprechend der Struktur und insbesondere an den durchstossenden Bügen ausgerichtet angeschlagen wurden.

  3. Historische Bedeutung

    Das Naturbad Riehen war das erste Projekt, das wir zusammen mit dem bekannten ArchitekturbĂĽro Herzog & de Meuron planen und umsetzen durften.

Projektinformationen
Standort
Weilstrasse 69 4125 Riehen
Fertigstellung
2014
Bauherrschaft
Gemeinde Riehen 4125 Riehen
Architektur
Herzog & de Meuron 4056 Basel
Holzbau
PM Mangold Holzbau AG 4466 Ormalingen
Bauart
Naturbad, Freibad
Geschosse
1
Bauzeit
April 2013 – Juni 2014
Gebäudegrundfläche
324 m²
Geschossfläche
324 m²
Gebäudevolumen
1'127 mÂł
Verbautes Holz
Brettschichtholz in Lärche 120 m³ Dreischichtplatten in Lärche 1’900 m² Stülpschalung in Lärche 720 m² Bodenrost in Lärche 1’400 m²
Kosten Holzbau
1,25 Mio. CHF

Unsere Dienstleistungen

Auszeichnungen
2015
Prix Lignum Anerkennung Region Nord

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