Das neue Gymnasium in Gersthofen präsentiert sich modern und nachhaltig. Der Campus besteht aus drei zusammenhängenden Kuben, einer Dreifachsporthalle und einer Mensa. Der Neubau hat eine Hauptnutzfläche von ca. 8.500 m² und wurde nach den neuesten energetischen Vorgaben realisiert. Neben der Nachhaltigkeit war die Umsetzung neuer pädagogischer Konzepte mit Lernlandschaften und größtmöglicher Nutzungsflexibilität wichtig. Die Tiefgarage, das Untergeschoss und Teile des Erdgeschosses wurden in Stahlbetonbauweise errichtet. Die Obergeschosse wurden in Holzbauweise errichtet. Die Außenwände sind in Holztafelbauweise, das Dach in Brettsperrholz und die Decken in Holz-Beton-Verbundbauweise ausgeführt. Innen bilden sichtbare Holzstützen und -träger sowie in die vorelementierten Holzaußenwände integrierte Stützen und Träger die Tragstruktur unterhalb der Holz-Beton-Verbunddecken und Vollholzdächer mit Spannweiten von bis zu 8,20 Metern. In der Dreifachsporthalle wurde ein Dachtragwerk aus Vollholz-Bindern und Holzrandträgern, das auf dünnen Stahlstützen «schwebt», über eine maximale Spannweite der Binder von bis zu 30 m realisiert.
Generelle Info
Mit dem Bau des neuen Schulcampus in Gersthofen ist eine moderne und nachhaltige Bildungslandschaft in Holz-Hybridbauweise entstanden. Das Ensemble aus drei miteinander verknüpften Baukörpern, einer Dreifachsporthalle und einer Mensa erstreckt sich über eine Hauptnutzfläche von rund 8´500 Quadratmetern. Neben hohen energetischen Standards lag der Fokus vor allem auf der Umsetzung zeitgemäßer Lernkonzepte mit offenen Lernlandschaften und flexibler Nutzung.
Tragwerksplanung
Die Tiefgarage, das Untergeschoss und Teile des Erdgeschosses wurden in Stahlbetonbauweise realisiert, während die Obergeschosse in Holzbauweise ausgeführt sind. Die Außenwände bestehen aus vorgefertigten Holztafelelementen und bilden zusammen mit den Dächern aus Brettsperrholz eine klar strukturierte, überwiegend aus Holz bestehende Gebäudehülle. Ergänzt wird dieses System durch Holz-Beton-Verbunddecken.
Im Inneren prägt sichtbares Holz das Erscheinungsbild. Das Skelett aus Stützen und Trägern aus Vollholz, die teilweise in die Außenwände integriert sind, tragen die HBV-Decken und Vollholzdächer mit Spannweiten von bis zu 8,20 Metern.
Um die Schnittstellen zwischen Tragwerk und Ausbau zu realisieren, wurden detaillierte Verformungspläne erstellt. Dies dienten als Grundlage für die differenzierte Ausbildung der zahlreichen Kreuzungspunkte von nichttragenden Trockenbauwänden mit dem Holztragwerk. Somit wurde sichergestellt, dass Verformungen aus Eigenlast, Nutzlast und Langzeiteinwirkungen schadlos aufgenommen werden können.
Die ursprünglich geplanten Holz-Betonverbund-Akustikdecken aus Brettstapelholz mit sichtbarer Akustikprofilierung mussten aufgrund von Lieferengpässen während der Corona-Pandemie kurzfristig umgeplant werden. Die Lösung bestand in Decken aus Brettsperrholz mit eigens entwickelten und selbstgebauten Akustikuntersichten.
Ein weiterer Fokus lag auf der Dreifachsporthalle. Über eine Spannweite von bis zu 30 Metern spannt hier ein Dachtragwerk aus Vollholz-Bindern und Holzrandträgern. Die Konstruktion ruht auf schlanken Stahlstützen und vermittelt durch ein umlaufendes Glasband den Eindruck einer schwebenden Dachfläche. Die Binder wurden ohne zusätzliche Stahlbauteile direkt an die Randträger angeschlossen – ausschließlich über verschraubte Holzverbindungen. Querdruckverstärkungen zwischen den schmalen Stahlstützen und den Holzträgern sichern die Lastabtragung und die Dauerhaftigkeit der Konstruktion.
Brandschutz
Auch der Brandschutz wurde von Beginn an integrativ mit beachtet. Sowohl die sichtbare Holz-Skelettkonstruktion der Schule als auch die HBV-Decken wurden auf einen 90-minütigen Abbrand ausgelegt. Dies umfasste auch die Bemessung aller Verbindungen sowie den vierseitigen Abbrand der Stützen.
Bauphysik und Nachhaltigkeit
Der Schallschutz erfüllt die Anforderungen der DIN 4109-1. Auf dieser Grundlage wurde die Raumakustik gemäß DIN 18041 so konzipiert, dass Sprache klar verständlich bleibt und die Räume angenehm klingen.
Energetisch erfüllt das Gebäude die Anforderungen der Energieeinsparverordnung. Mit einem mittleren U-Wert von 0,16 W/(m²·K) steht die Gebäudehülle für Effizienz und dauerhafte Behaglichkeit.
Innovation
Der Schulcampus in Gersthofen demonstriert eindrucksvoll die Umsetzbarkeit größerer Schul- und Bildungsbauten im Holzbau. Die entwickelten Verformungspläne, konstruktiven Lösungen und der Umgang mit sichtbarem Holz bei hohen Spannweiten und brandschutztechnischen Anforderungen liefern wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Schul- und Großprojekte im Holzbau.
Projektinformationen
- Standort
- Schubertstraße 57 86368 Gersthofen
- Fertigstellung
- 2024
- Bauherrschaft
- Landkreis Augsburg 86150 Augsburg
- Architektur
- BKS & Partner Bauer Reichert Seitz Architekten mbB 80797 München
- Holzbau
- Schule: ZÜBLIN Timber GmbH 86551 Aichach Sporthalle: Grossmann Bau GmbH & Co. KG 83026 Rosenheim
- Fotografie
- Fotografie Pokorny, Regensburg
- Bauart
- Bildung und Erziehung Sport und Kultur
- Geschosse
- 3
- Bauzeit
- Mai 2021 - März 2024
- Montage Holzbau
- November 2021 – August 2022
- Gebäudegrundfläche
- 23´908 m2
- Geschossfläche
- 14´125 m2
- Gebäudevolumen
- 103´767 m3
- Grösste Spannweite
- Decke: 8,2 m Dach: 8,2 m (Schule) Spannweite Sporthallenbinder (2-Feldträger) 28 m – 12 m
- Kosten Holzbau
- KG 300: 43,5 Mio EUR KG 400: 13,57 Mio EUR
- Erstellungskosten
- 72,9 Mio EUR
Unsere Dienstleistungen
Zusatzinformationen
- Tragwerksplanung Massivbau
- Sailer Stepan Tragwerkteam München GmbH 80807 München




















