Das Freilichtmuseum Ballenberg verwirklichte sein neues Verwaltungsgebäude mit Büros und Verwaltungsräumen. Das dreigeschossige Gebäude ist in einer Hybridbauweise erstellt. Das Verwenden des einheimischen Baustoffs Holz war für die Bauherrschaft eine Selbstverständlichkeit. Die Erschliessung des Gebäudes erfolgt über einen massiven Treppenhauskern, der brandschutztechnisch als Fluchtweg dient. Die Tragstruktur der Säulen und Unterzüge im Raster von ca. 5 x 5m ist in Schnittholz gefertigt und erlaubt eine grosszügige Raumaufteilung und eine hölzerne Erschliessungstreppe in der Gebäudemitte. Die Aussenwände sind in einer Holzrahmenkonstruktion, die Decken als Holz-Beton-Verbunddecken ausgeführt.
Generelle Info
Direkt beim Eingang auf der Westseite des weitläufigen Geländes des Freilichtmuseums Ballenberg wurde der Neubau des dreigeschossigen Verwaltungsgebäudes in Holzbauweise realisiert. Abgesehen vom massiven Treppenhausturm und den Geschossdecken in Betonbauweise dominieren die Holzelemente und die sichtbare Tragstruktur und verleihen dem Gebäude eine natürliche Materialausstrahlung. Speziell im Projekt war der umgekehrte Hybridbau, wobei die massiven Betondecken in den zuerst erstellten Holzbau eingebracht wurden.
Tragwerksplanung
Der dreigeschossige, nahezu quadratische Baukörper wurde in den Hang gesetzt. Das Untergeschoss wie auch der Sockel wurden in Betonbauweise ausgeführt. Die Haupttragkonstruktion ist in Skelettbauweise errichtet und besteht aus kreuzförmig ausgebildeten Holzsäulen in einer Rasteranordnung von 5 × 5 Metern sowie Holzunterzügen. Das Holz ist unverleimt und stammt aus dem Haslital. Im Innern befindet sich der Treppenhausturm, welcher in Massivbauweise errichtet wurde, sowie ein Deckentragwerk mit Holz-Beton-Verbunddecken. Ein Hohlboden dient als Installationszone. Der Treppenhauskern übernimmt zusammen mit den auf den Holzunterzügen aufliegenden Betonplatten die horizontale Gebäudeaussteifung. Bewusst wurden im Projekt die Elemente der Primär- bzw. Tragstruktur, die für die «Ewigkeit» gedacht sind, von den anderen Elementen getrennt. So lassen sich Elemente einfach austauschen oder die Räume innerhalb der Rasterstruktur flexibel und frei nutzen.
Die drei überirdischen Geschosse sind über eine zentrale Halle und Treppe erschlossen und ermöglichen mit parallel geführten Läufen und Galerien Blickbeziehungen. Das offene Treppenhaus wird durch vier Dachgauben überhöht und mit eindringendem Tageslicht erhellt. Im Innern des Gebäudes dominiert atmosphärisch die natürliche Materialausstrahlung der sichtbar belassenen Holzelemente der Tragstruktur. Die Wandelemente sind in Holzsystembauweise ausgeführt, mit einer vertikalen Holzschalung und Holzrippen. Die in Rahmenbauweise erstellten Aussenwände wurden vorfabriziert und geschossweise verschalt. Das Gebäude ist aussen mit einer Holzschalung aus Massivbrettern in Fichtenholz verkleidet. Auf Brüstungshöhe sind die Bretter gestossen und nach oben gestaffelt. Besonders markant sind die Eckausbildungen, die mit grösseren Brettern hervorstechen und sich nach oben hin verjüngen.
Brandschutz
Der massive Treppenhauskern dient brandschutztechnisch als Fluchtweg. Dabei bilden das Erdgeschoss und die beiden Obergeschosse einen Brandabschnitt. Der technische Brandschutz wird über eine Brandmeldeanlage mit Vollüberwachung gewährleistet.
Innovation
Es handelt sich hierbei um einen schönen Holzbau im historischen Kontext. Erstmals haben wir ein Verwaltungsgebäude in Holzbauweise zusammen mit dem Architekten Gion Caminada geplant und realisiert, das mit dem Ballenberg in Museumscharakter nicht nur oft besucht wird, sondern auch Ausstrahlung weit über die Landesgrenzen hinaus geniesst.
Projektinformationen
- Standort
- Museumsstrasse 100 3858 Hofstetten
- Fertigstellung
- 2009
- Bauherrschaft
- Stiftung Schweizerisches Freilichtmuseum Ballenberg 3858 Hofstetten
- Architektur
- Gion Caminada Arch. BSA/SA 7149 Vrin
- Holzbau
- Wyler Holzbau AG 3855 Brienz
- Bauart
- Verwaltungsgebäude, Bibliothek
- Geschosse
- 3
- Montage Holzbau
- Herbst 2009 – Frühling 2010
- Gebäudegrundfläche
- 277 m²
- Geschossfläche
- 1'177 m²
- Grösste Spannweite
- Decke: 5 m
- Kosten Holzbau
- CHF 350'000


















