Im Rahmen der Arealentwicklung Suurstoffi wurden rund 42'000 m2 Geschossfläche in drei Gebäuden realisiert. Das innovative Vorzeigeobjekt Haus A ist mit 60 m das höchste Gebäude der Schweiz in Holzbauweise. Es dient als Büro- und Gewerbegebäude der HSLU. Nicht nur aufgrund des zukunftsweisenden Baustoffs und der Höhe setzt das Gebäude neue Massstäbe, sondern auch durch die vorgefertigte und schnelle Bauweise ohne Fassadengerüst. Diese innovative Bauweise ist ein Leuchtturmprojekt fürs Holz und dient als Forschungsobjekt der ETH und PIRMIN JUNG. Speziell erwähnt werden können die Verbundunterzüge in Holz-Beton, welche in gleicher Höhe wie die Rippen ausgeführt werden konnten. Die Grundrissgestaltung gestaltet sich, aufgrund des Verzichts auf Innenstützen, flexibel. Das Projekt wurde mit BIM und LEAN-Management geplant und realisiert. Wir haben ein Tragwerksmodell mit effektiven Geometrien und detaillierten Anschlussverbindungen sowie Einlageteilen für die Schnittstelle zum Massivbau erarbeitet. Unser geometrisches Brandschutzmodell diente zur Erkennung von Kollisionen sowie für die Ausführungsplanung von Aussparungen und Abschlüssen.
Generelle Info
Im Rahmen der Arealentwicklung Suurstoffi wurden rund 42'000 m² Geschossfläche in drei Gebäuden realisiert. Das innovative Vorzeigeobjekt Haus A war damals mit 60 Metern und 15 Stockwerken das höchste Gebäude der Schweiz in Holzbauweise und wurde in nur 27 Monaten realisiert. Es dient als Büro- und Gewerbegebäude der HSLU.
Tragwerksplanung
Das Gebäude wurde als Holzhybridhochhaus konzipiert und realisiert. Die beiden Untergeschosse sowie die Erschliessungskerne sind in Betonbauweise ausgeführt. Die Decken sind als Holz-Beton-Verbunddecken realisiert – 20 cm breite und 28 cm hohe Brettschichtholz-Rippen (BSH) im Abstand von 1,35 Metern bilden die Basis. Die Deckenlage besteht aus einer 16 Zentimeter dicken Betonplatte, die durch eingeklebte Lochbleche schubsteif mit den BSH-Rippen verbunden ist. Die Deckenelemente sind vom massiven Betonkern bis zur Fassade gespannt, das Holz bleibt von unten sichtbar.
Um den Bau zu beschleunigen, wurden die Haustechniksegel, welche zwischen den Holzrippen liegen, direkt eingebracht und zusammen mit den Elementen auf die Baustelle geliefert. Auf der Fassadenseite liegen die Deckenelemente auf einem Holzunterzug auf, welcher die Holzstützen verbindet. Die Verbundunterzüge in Holz-Beton konnten in gleicher Höhe wie die Rippen ausgeführt werden. Einzelne Stützen sind besonders hoch belastet, durften jedoch nicht grösser ausfallen als die restlichen Stützen. Deshalb wurden einzelne Stützen mit einem Kern aus Buchenfurnierschichtholz ausgeführt.
Die Grundrissgestaltung ist aufgrund des Verzichts auf Innenstützen flexibel. Bekleidet wurde das Gebäude mit einer Fassade aus Glas und aussenliegenden Metallrippen. Der kubische Körper ist an zwei Stellen auf unterschiedlicher Höhe leicht ausgestülpt, um das Volumen zu rhythmisieren. Das Projekt wurde mit BIM und LEAN-Management geplant und realisiert. Wir haben ein Tragwerksmodell mit effektiven Geometrien, detaillierten Anschlussverbindungen sowie Einlageteilen für die Schnittstelle zum Massivbau erarbeitet. Im Projekt wurde erstmals ein Deckensystem mit Deckenklimatisierung eingesetzt, welches die Funktionen Kühlen, Heizen und Lüften übernimmt und darüber hinaus für eine gute Akustik sowie ein ausgeglichenes Raumklima sorgt.
Brandschutz
Das Brandschutzkonzept wurde mit technischem Brandschutz sowie einem Feuerwiderstand von 60 Minuten erarbeitet und enthält eine Lösch- bzw. Sprinkleranlage. Durch das Löschanlagenprinzip war es möglich, einzelne lineare Bauteile wie Stützen, Unterzüge und Rippen aus Holz sichtbar zu belassen. Zudem gibt es ein Sicherheitstreppenhaus, das mit einer Brandmeldeanlage mit Vollüberwachung verbunden ist und gegen das Eindringen von Rauch geschützt wird. Unser geometrisches Brandschutzmodell diente zur Erkennung von Kollisionen sowie für die Ausführungsplanung von Aussparungen und Abschlüssen.
Innovation
Mit dem Hochhaus Arbo und seiner Höhe von 60 Metern wurde damals das höchste Gebäude der Schweiz in Holzbauweise errichtet. Nicht nur aufgrund des zukunftsweisenden Baustoffs und der Höhe setzte das Gebäude neue Massstäbe, sondern auch durch die vorgefertigte und schnelle Bauweise ohne Fassadengerüst. Es gilt mit dem betonierten Kern, dem Holzskelett-Tragwerk und den HBV-Rippendecken als Leuchtturmprojekt für den Holzbau und dient als Forschungsobjekt der ETH sowie von PIRMIN JUNG.
Projektinformationen
- Standort
- Suurstoffi BF1 6343 Rotkreuz ZG
- Fertigstellung
- 2019
- Bauherrschaft
- Zug Estates AG 6300 Zug
- Architektur
- Manetsch Meyer Architekten AG 8003 Zürich Büro KONSTRUKT 6005 Luzern
- Holzbau
- Erne AG Holzbau 4332 Stein
- Fotografie
- Zug Estates AG, Zug
- Wettbewerb
- 2016, 1. Rang
- Bauart
- Verwaltung und Büro
- Geschosse
- 15
- Bauzeit
- April 2017 – August 2019
- Gebäudegrundfläche
- 3’465 m²
- Geschossfläche
- Haus A: 12'476 m² Total: 42’500 m²
- Gebäudevolumen
- Haus A: 49'305 m³ Total: 176’500 m³
- Verbautes Holz
- 1’085 m³ Fichte/Tanne und Baubuche
- Kosten Holzbau
- ca. 6,4 Mio. CHF
- Erstellungskosten
- 185 Mio. CHF

















