Beim sechsstöckigen Neubau mit 160 Arbeitsplätzen des Hauptsitzes der Obwaldner Kantonalbank handelt sich um eine primär aus Holz bestehende Konstruktion mit einem quadratischen Grundriss. Das natürliche Baumaterial prägt auch den Innenausbau. Für die Holzelemente wird einheimisches Holz (rund 2'800 m3 Rundholz) verwendet, das in Obwalden geschlagen wurde. Das Holztragwerk ist in Skelettbauweise (Stützen + Unterzüge) mit Laubholz erstellt. Die Verbunddecken bestehen aus Holzrippen (Verbundträger aus Esche und Fichte) und einem Überzug aus Beton. Auch das restliche Konstruktionsholz und die Fassadenschalung (Fichte) stammen aus dem Kanton Obwalden. Es ist der erste Bankhauptsitz in der Schweiz in Holz. Wir begleiteten das Projekt von der Wettbewerbsphase bis zur Vollendung in den Bereichen Tragwerksplanung, Bauphysik und Brandschutz.
Generelle Info
Beim fünfgeschossigen und 18 Meter hohen Neubau des Hauptsitzes der Obwaldner Kantonalbank, worin 160 Arbeitsplätze beherbergt sind, handelt es sich um eine primär aus Holz bestehende Konstruktion mit einem quadratischen Grundriss. Das natürliche Baumaterial prägt auch den Innenausbau. Für die Holzelemente wurde einheimisches Holz verwendet, welches grösstenteils in Obwalden geschlagen wurde.
Tragwerksplanung
Der Bau steht auf einem Untergeschoss in Stahlbetonbauweise. Das in den Innenräumen deutlich erkennbare Holztragwerk ist in Skelettbauweise errichtet, mit Stützen und Unterzügen aus regionalem Laubholz. Ein rechteckiger, leicht zum würfelartigen Bau versetzter Betonkern erschliesst alle Stockwerke miteinander. Die Wände, welche die Räume bilden, sind in einer Leichtbaukonstruktion realisiert. Im Bereich der Erschliessung bieten abgehängte Holzdecken einen Installationsraum für die Haustechnik, worüber liegendes Brettsperrholz und OSB-Platten zur Scheibenausbildung verbaut wurden. Die Decken in den Bürogeschossen sind als Holz-Beton-Verbunddecken ausgeführt. Sie bestehen aus Holzrippen in Form von Verbundträgern in Esche und Fichte sowie einem Überzug aus Beton. Der Dachaufbau ist mit Rippendecken aus Brettschichtholz sowie Dreischichtplatten realisiert. Die Wahl der Konstruktion hat zu einem optimierten Materialeinsatz geführt und ermöglicht die maximale Flexibilität für künftige Nutzungen.
Nachdem die Abdichtung des Daches montiert war, folgten die Abschlussarbeiten und die Montage der Fassade. Die Fassade wurde nicht sichtbar befestigt und erhielt eine aubergineähnliche Farbgebung. Die Bekleidung besteht aus einer sehr kleinteiligen, aufwendigen und hinterlüfteten Holzschalung in einheimischer Fichte.
Brandschutz
Beim Brandschutzkonzept galt es, die besonderen Auflagen von Fluchtwegen in einem Bankgebäude zu berücksichtigen, worin es auch unterschiedliche Sicherheitszonen gibt. Um alle Abhängigkeiten berücksichtigen zu können, wurde eine zentrale Brandmeldeanlage mit Vollüberwachung eingebaut.
Bauphysik und Nachhaltigkeit
Für die akustische, optimierte Lösung kamen Simulationen zur Anwendung. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und des ressourcenschonenden Umgangs mit Holz wurde das Material vorwiegend aus regionalen Wäldern genutzt. Generell wurde im Projekt ausschliesslich Schweizer Holz verwendet, wofür das Projekt das Label «Schweizer Holz» erhalten hat.
Innovation
Mit diesem Projekt wurde erstmals der Hauptsitz einer Schweizer Bank in Holzbauweise realisiert. PIRMIN JUNG hat in diesem Projekt eine neue hinterlüftete Fassade entwickelt, welche durch ihre Qualität auch mittels Mock-up überzeugt hat.
Projektinformationen
- Standort
- Im Feld 2 6060 Sarnen
- Fertigstellung
- 2021
- Bauherrschaft
- Obwaldner Kantonalbank 6060 Sarnen
- Architektur
- Seiler Linhart Architekten AG Dipl. Architekten SIA BSA 6060 Sarnen
- Holzbau
- ARGE Holzbau OKB Holzbautechnik Burch AG, Sarnen KĂĽng Holzbau AG, Alpnach Dorf
- Fotografie
- Rasmus Norlander, ZĂĽrich
- Wettbewerb
- 2017, 1. Rang
- Bauart
- Bankgebäude, Verwaltung und Büro
- Geschosse
- 6
- Bauzeit
- Juni 2019 – August 2021
- Montage Holzbau
- 25. Mai – 2. Juni 2020 (8 Tage)
- Gebäudegrundfläche
- 1’184 m²
- Geschossfläche
- 8’870 m²
- Gebäudevolumen
- 30’300 m³
- Verbautes Holz
- Tragwerk: 660 m³ (Fichte, Esche, regional) Aussenwände/Fassade: 130 m³ (Fichte, regional) Decken: 1'000 m² (Esche-Furnier, Schweizer Holz)
- Grösste Spannweite
- Decke: 8,4 m
- Kosten Holzbau
- 3,96 Mio. CHF
- Erstellungskosten
- 39,68 Mio. CHF
Unsere Dienstleistungen
Auszeichnungen
- 2024
- Prix Lignum, Holzbauten Region Zentrum




















