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Sportzentrum Heuried

Das konstruktiv zweigeteilte Gebäude wird vor allem durch sein aussergewöhnliches Holzdach geprägt. Im hinteren Teil des Neubaus ist die Eissporthalle untergebracht, im vorderen Bereich das Restaurant und der Eingangsbereich. Dach und Aussenfassade sind als Holzbau konstruiert. Acht 35 Meter lange, bis zu 2,4 Meter hohe und 18 Tonnen schwere Doppel-Brettschichtholzträger aus Fichten- und Tannenholz überspannen das 29 Meter breite Eisfeld und die Zuschauertribüne. Eingekleidet wird das Gebäude mit einer offenen Fassadenbekleidung aus weiss und grau behandelten Fichten und Tannen Latten sowie einer Dachuntersicht in Lärchenholz. Das mit einer Auskragung von 16 Metern beeindruckende Vordach mit seinen grossflächigen Oberlichtern schützt den darunter entstandenen Eingangsplatz, der die verschiedenen Ebenen erschliesst und verknüpft.

  1. Generelle Info

    In der Stadt Zürich wurde ein kombiniertes Sportzentrum realisiert, das im Sommer als Freibadanlage genutzt wird und ganzjährig als Eishalle dient. Das verbindende und markanteste Element ist die topografisch modulierte Dachstruktur, die die Eishalle und die verschiedenen programmatischen Nutzungen im Innen- und Aussenbereich zu einem Ganzen zusammenfasst. Das Sockelgeschoss wie auch der Skelettbau sind in Massivbauweise errichtet, die Aussenwände, die Dachstruktur sowie die Fassade in Holzbauweise.

  2. Tragwerksplanung

    Mit dem in Massivbauweise erstellten Sockelgeschoss liessen sich die unterschiedlichen Geländeniveaus elegant ausgleichen. Darauf wurde ein Raster in Betonbauweise erstellt mit massiven Stützen und einer Betonzwischendecke. Das Gebäude wurde konstruktiv in zwei Teile gegliedert und wird vom aussergewöhnlichen Holzdach geprägt. Im hinteren Teil des Baus befindet sich die Eissporthalle mit dem 29 Meter breiten Feld und der Zuschauertribüne, welche von 35 Meter langen, 48 Zentimeter breiten und bis zu 2,4 Meter hohen Doppel-Brettschichtholzträgern aus Fichten- und Tannenholz überspannt wird. An der Aussenwand lagern die Träger auf Betonstützen. Stützen im Bereich der Tribüne wären störend gewesen, weshalb ein planerischer Kniff zur Lösung führte: Je eine «Spange» aus Holz- und Metallstreben überbrückt den 3,5 Meter grossen Abstand zwischen dem Dachträger und einem Betonpfeiler hinter der Tribüne.


    Im Weiteren bilden Träger mit einer Länge von 32 Metern und einer Höhe von ebenfalls 2,4 Metern das zweite, etwas kürzere Hauptdach über dem Restaurant und dem Eingangsbereich. Das Tragwerk funktioniert als eigenständige Konstruktion, liegt auf Betonstützen sowie den massiven Betonwänden im Kern des Gebäudes auf und kragt sichtbar um 16 Meter aus. Das markante Vordach ist mit grossflächigen Oblichtern versehen und schützt den Eingangsplatz, der wiederum die verschiedenen Ebenen erschliesst und verknüpft. Die Aussteifung wurde über die Ebene der Dachuntersicht gelöst. Acht Brettschichtholz- und zwei Stahlträger formen gemeinsam als Rippen ein leicht geneigtes Satteldach. Damit das auskragende Vordach keine abhebenden Kräfte auf das innere Auflager erzeugt und einfach verankert werden konnte, liegen die Auflagepunkte der Träger jeweils in der Mitte und am hinteren Ende. Die seitliche Auskragung beträgt jeweils 4,5 Meter, was durch zwei sich kreuzende, biegesteif verbundene Blechträger ermöglicht wird.


    Die gesamte Dachkonstruktion lagert auf vorfabrizierten, im Erdgeschoss eingespannten Betonstützen, die das Bauwerk mittels ihrer Rahmenwirkung horizontal stabilisieren. Die Neigung der Dachoberfläche ist auf die jeweilige statische Beanspruchung abgestimmt. Die Aussenwände wurden in vorgefertigter Holzrahmenbauweise errichtet, sind beidseitig beplankt und gut gedämmt. Eingekleidet ist das Gebäude mit einer offenen Fassadenbekleidung aus weiss und grau behandelten Fichten- und Tannenlatten sowie einer Dachuntersicht aus Lärchenholz. 89 % des verbauten Holzes ist Schweizer Holz, weshalb das Projekt mit dem Label «Schweizer Holz» ausgezeichnet wurde.

  3. Innovation

    Die imposante und projektspezifische Dachkonstruktion, die grosse Spannweiten überwindet, besticht in architektonischer Sicht. Die Planung der verschiedenen Neigungen der Dachoberfläche und der jeweiligen statischen Beanspruchung sowie die Konstruktion in Kombination mit einer Stahlbaulösung auf Blechträgern war für uns eine neue Erfahrung.

Projektinformationen
Standort
Wasserschöpfi 71 8055 Zürich
Fertigstellung
2017
Bauherrschaft
Immobilien Stadt Zürich 8055 Zürich
Architektur
EM2N Architekten AG 8005 Zürich
Holzbau
Zaugg AG Rohrbach 4938 Rohrbach
Bauart
Sportzentrum, Eishalle, Freibad, Gastronomie
Geschosse
1
Bauzeit
März 2015 – Herbst 2017
Gebäudegrundfläche
4'719 m²
Geschossfläche
9'147 m²
Gebäudevolumen
54'522 m³
Verbautes Holz
280 m² Vollwandträger in Brettschichtholz 1'020 m² Fassadenschalung Fichte/Tanne 1'900 m² Untersichten, Dachöffnungen 550 ³ Brettschichtholz, Fichte/Tanne
Grösste Spannweite
Dach: 32 m
Kosten Holzbau
3,65 Mio. CHF
Erstellungskosten
77,7 Mio. CHF

Unsere Dienstleistungen

Auszeichnungen
2018
Prix Lignum Anerkennung Region Nord

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