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Studierendenwohnheim Bonn

In Bonn ist ein fünfgeschossiges Studentenwohnheim in Holz-Beton-Hybridbauweise mit insgesamt 32 Apartments entstanden. Bei der Planung standen nachhaltiges Bauen, hohe Energieeffizienz und der Umgang mit anspruchsvollen Brandschutzanforderungen im Fokus. Um den Passivhausstandard zu erreichen, wurde eine wärmebrückenoptimierte Konstruktion entwickelt und die Außenwände mit 360 mm Zellulose gedämmt. Die Wandrippen wurden als Träger ausgebildet, die sich am Prinzip von TJI-Trägern orientieren: Sie sind leicht, stabil und konstruktiv durchdacht. Da das Gebäude eine innerstädtische Baulücke schließt, waren besondere Anforderungen an den Brandschutz zu berücksichtigen. Die Gebäudetrennwände wurden daher als Brandwandersatzwände ausgeführt. Das Zusammenspiel aus energieeffizientem Holzbau, innovativer Detaillierung und durchdachter Hybridbauweise zeigt, wie sich nachhaltiger Wohnraum auch im städtischen Kontext wirtschaftlich und regelkonform umsetzen lässt.

  1. Generelle Info

    Mitten in Bonn schließt das fünfgeschossige Studierendenwohnheim eine innerstädtische Baulücke. Entstanden sind 32 kompakte Apartments, die in Holz-Hybridbauweise errichtet wurden. Von Beginn an prägten drei klare Ziele die Planung: nachhaltiges Bauen, ein hoher energetischer Standard und die sichere Umsetzung anspruchsvoller Brandschutzanforderungen.

  2. Tragwerksplanung

    Bei diesem Projekt verbindet das Tragwerk die Vorteile des Holzbaus mit der Robustheit eines Massivbaus. Die Hybridbauweise ermöglichte die erforderlichen Spannweiten, wirtschaftliche Bauteilabmessungen und eine klare Lastabtragung über alle fünf Geschosse. Bei der Planung spielten die Außenwände eine entscheidende Rolle. Um den zertifizierten Passivhausstandard zu erreichen, wurde eine wärmebrückenoptimierte Konstruktion entwickelt. Kern dieses Konzepts sind selbst entwickelte Wandrippen mit einer Konstruktionshöhe von 360 Millimetern, die sich am Prinzip der TJI-Träger orientieren. Sie übernehmen tragende Funktionen, reduzieren den Materialeinsatz und sorgen für eine außergewöhnlich hohe Dämmstärke. Das Gebäude wurde mit Zellulose gedämmt, einem nachwachsenden Dämmstoff, der hier erstmals in NRW in einem Gebäude dieser Größenordnung eingesetzt wurde. Die Kombination aus schlanker Tragstruktur und homogener Dämmebene führte zu sehr guten U-Werten bei überschaubarem konstruktivem Aufwand.

  3. Brandschutz

    Aufgrund der innerstädtischen, zentralen Lage wurden hohe Anforderungen an den Brandschutz gestellt. Dieser wurde in enger Abstimmung mit dem für die Erstellung des Brandschutzkonzepts verantwortlichen Brandschutzbüro Dehne & Kruse umgesetzt. Die Außen- und Trennwände wurden als Brandwandersatzwände ausgeführt und das Gesamtsystem auf F60-AB ausgelegt.

    Das Projekt entstand vor der Einführung der Musterholzbaurichtlinie in NRW und zählt zu den ersten mehrgeschossigen Holzbauten im Land mit Zellulosedämmung in Gebäudeklasse 4.

  4. Bauphysik und Nachhaltigkeit

    Der Schallschutz des Gebäudes wurde auf die Anforderungen des studentischen Wohnens abgestimmt und konstruktiv mit integriert. Die Grundlage bildet ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Konstruktion und Materialwahl, das ruhige Rückzugsräume schafft und zugleich den lebendigen Alltag eines Wohnheims berücksichtigt.

  5. Historische Bedeutung

    Das Zusammenspiel aus tragender Holzkonstruktion, Zellulosedämmung und brandschutztechnischen Vorgaben stellte eine besondere Herausforderung dar. Durch eine sorgfältige Detaillierung der Bauteilaufbauten, klar definierte Schichtfolgen und eine enge Abstimmung zwischen Tragwerksplanung, Bauphysik und Brandschutz konnte jedoch ein genehmigungsfähiges Gesamtkonzept umgesetzt und realisiert werden.

    Mit dem erreichten KfW-40-Plus-Standard und der Passivhauszertifizierung setzte es bereits früh Maßstäbe für den energieeffizienten Holzbau in urbanen Gebieten. Für unser Büro war es das erste Holzbauprojekt dieser Höhe in NRW und ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung eigener konstruktiver Lösungen.

Projektinformationen
Standort
Karl-Frowein-Straße 4 53115 Bonn
Fertigstellung
2017
Bauherrschaft
Projekt 42! Hucho Künzel GbR 53343 Wachtberg
Architektur
raum für Architektur Prof. M.Eng. Dipl.Ing. Kay Künzel 53343 Wachtberg
Holzbau
Holzbau Kappler GmbH & Co.KG 56412 Gackenbach
Fotografie
raum für architektur, Wachtberg
Bauart
Wohnen Studierendenwohnheim
Geschosse
5
Montage Holzbau
12 Wochen für den reinen Holzbau
Gebäudegrundfläche
1´624 m2
Geschossfläche
1´215 m2
Gebäudevolumen
4´852 m3
Grösste Spannweite
6, 3 m
Kosten Holzbau
KG 300+400: 2,6 Mio EUR brutto
Erstellungskosten
3,46 Mio EUR

Unsere Dienstleistungen

Auszeichnungen
2020
Anerkennung Holzbaupreis Eifel

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