Das Tonhalle-Orchester Zürich ist eines der renommiertesten und grössten Sinfonieorchester der Schweiz. Zum Sommer 2017 wurde das historische Konzerthaus Tonhalle für eine dreijährige Renovierung geschlossen und auf dem Maag Areal entstand zwischenzeitlich eine neue Spielstätte. Die alten Räume der Zahnradfabrik beherbergen nun den brandneuen Konzertsaal. In die bestehende Halle wurde ein provisorischer Konzertsaal als grosse «Holzbox» eingebaut. Die sichtbaren Wände aus Brettsperrholz in Fichtenholz sind auf die neu eingebauten Stahlstützen befestigt worden. Die leicht geneigten Platten sorgen für eine optimale Raumakustik und die gebogenen Holzsegel an den Decken für ein perfektes Klangerlebnis. Das Projekt hat bereits diverse Anerkennungen und Auszeichnungen gewonnen.
Generelle Info
Das Tonhalle-Orchester Zürich ist eines der renommiertesten und grössten Sinfonieorchester der Schweiz. Im Sommer 2017 wurde das historische Konzerthaus Tonhalle für eine dreijährige Renovierung geschlossen. Auf dem Maag-Areal entstand währenddessen eine neue Spielstätte. In der bestehenden Halle der ehemaligen Zahnradfabrik wurde im Rahmen eines Raum-in-Raum-Konzepts ein provisorischer Konzertsaal in Form einer grossen Holzbox errichtet. Die temporäre Spielstätte beherbergt neben dem Konzertsaal auch ein Foyer mit Kassen und Garderoben sowie zahlreiche Räume für das Orchester und die Administration.
Tragwerksplanung
Die Fabrikhalle wurde bereits im Vorfeld mehrmals umgenutzt und diente von 2001 bis 2003 als Musicaltheater sowie als zweischiffige Eventhalle. Gemäss der damaligen Machbarkeitsstudie des Architekturbüros bot die Eventhalle Platz für 1'200 Zuschauer:innen, heute sind es gut 1'200 Plätze. Entlang der Innenfassade können die Besuchenden nahezu um den gesamten Saal herumspazieren.
Der Konzertsaal in der Eventhalle ist als entkoppelter Holzelementbau mit einer primären Struktur aus Stahl und Brettsperrholzplatten aus Fichte und Tanne aufgebaut. Die Platten mit einer Höhe von 3,22 Metern und einer Dicke von 8 Zentimetern wurden in Sichtqualität auf eine vorgängig eingebaute Stahlkonstruktion montiert und mit Schrauben befestigt. Damit die Schraubenköpfe nicht sichtbar sind, wurden sie mit Holzzapfen abgedeckt. Die gestülpte Anordnung der Wandplatten verleiht dem Saal seinen aussergewöhnlichen Ausdruck und trägt zur hervorragenden Akustik bei. Dazu leisten auch die 48 Deckenreflektoren einen wichtigen Beitrag. Sie sind teilweise als ebene oder zweifach gebogene Paneele speziell hergestellt und aus massiven fünfschichtigen Holzwerkstoffplatten gefertigt. Ein zirka drei Meter breiter Randbereich entlang der Saalwände bildet mit einer offenen Akustikleistenschalung einen Randabsorber und dient gleichzeitig als Installationszone.
Auf den beiden Kurzseiten sind zwei Ränge angeordnet. Darunter befinden sich Lagerräume und eine Bar zum Foyer sowie die Hinterbühne zur Maschinenstrasse hin. Hier setzt sich das Tragwerkraster der Längsseiten fort. Über zwei Holztreppen sind die beiden seitlichen Ränge mit ihren geneigten Brüstungen erreichbar. Vorgefertigte Hohlkastenelemente bilden hier das Deckentragwerk, das über die auskragenden Stahlschwerter eingefahren ist und diese dadurch verdeckt.
Dank der einfachen Schichtaufbauten und des hohen Vorfertigungsgrades konnte der sehr enge Zeitrahmen für die Errichtung der Halle eingehalten werden. Temporäre Bauten sind aufgrund ihrer beschränkten Lebensdauer grundsätzlich einfach und wirtschaftlich konzipiert. Im Laufe des Gebrauchs hat sich bei der Maaghalle jedoch herausgestellt, dass das Raum-in-Raum-Konzept dauerhafter, zweckmässiger und stabiler ist als ursprünglich erwartet.
Innovation
Die Tonhalle Maag ist in Kulturkreisen sehr bekannt. Der ursprünglich temporär geplante Bau ist einfach und wirtschaftlich konzipiert und konnte in nur sechs Monaten Bauzeit realisiert werden. Das Raum-in-Raum-Konzept und die Umnutzung einer alten Fabrikhalle hat sich bewährt und erwies sich unter Nutzung als dauerhafter und zweckmässiger als erwartet.
Projektinformationen
- Standort
- Zahnradstrasse 22 8005 ZĂĽrich
- Fertigstellung
- 2017
- Bauherrschaft
- Tonhalle-Gesellschaft ZĂĽrich 8002 ZĂĽrich
- Architektur
- spillmann echsle architekten ag 8032 ZĂĽrich
- Holzbau
- STRABAG AG Schweiz Holzbau 8315 Lindau
- Bauart
- Konzerthalle, Konzerthaus, Eventhalle, Tonhalle
- Geschosse
- 1
- Bauzeit
- Januar – Juni 2017
- Montage Holzbau
- März – Juni 2017
- Geschossfläche
- 946 m²
- Verbautes Holz
- 184 mÂł Brettsperrholz, Dreischichtplattten 84 mÂł schichtverleimtes Vollholz 2'500 m akustische Lamellen Herkunft: Nordische Fichte, Lettland, Ă–sterreich
- Grösste Spannweite
- 22.5 m
- Kosten Holzbau
- 1,19 Mio. CHF
- Erstellungskosten
- 9,5 Mio. CHF
Unsere Dienstleistungen
Auszeichnungen
- 2018
- Prix Lignum Anerkennung Region Nord
- 2018
- Award fĂĽr Marketing + Architektur
- 2019
- best architects, Kategorie Interior Work
- 2019
- German Design Award Special


















