HBV-Decken mit sichtbarem Holz, ohne dass die Raumakustik beeinträchtigt wird: Entstanden ist diese Innovation 1996 beim Neubauprojekt des Kantonsschulhauses in Kreuzlingen, in welchem wir die HBV-Decken geplant und bei der Ausführung begleitet haben. Anforderung seitens Bauherrschaft und Architektur war eine sichtbare, durchgehende Holzuntersicht aus Thurgauer Holz, bei welcher der tragende Holzanteil bewusst erkennbar bleibt.
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Zunächst war unsere Idee, die Bretter auf der Deckenuntersicht mit einem Akustikprofil zu versehen. Bei einer ersten Fachplanersitzung zeigte sich jedoch, dass diese Lösung den raumakustischen Anforderungen nicht gerecht wurde, denn die gerillte Oberfläche dämpfte lediglich die hohen Schallfrequenzen und war somit für eine ausgewogene Raumakustik ungeeignet.
Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für unsere Entwicklung.
In einer vertieften Analyse bei PIRMIN JUNG entstand die Idee, die Holzschicht um 40mm zu verstärken und gleichzeitig in der Breite zu halbieren. Um die Schallabsorption zu verbessern wurden die Hohlräume daraufhin als Akustikkammern ausgebildet. Zur Überprüfung dieser Innovation entwickelten wir gemeinsam mit Kühn und Blickle in Unterägeri 1:1-Muster der Akustikkästen. Die Tests bestätigten die hohe Wirksamkeit des Systems sowohl akustisch als auch konstruktiv.
Mit diesem praktischen und zugleich architektonisch überzeugenden System konnten die Decken im Kantonsschulhaus Kreuzlingen realisiert werden. In der Folge kam die Lösung auch bei weiteren Projekten mit erhöhten akustischen Anforderungen erfolgreich zum Einsatz – teils mit Brettstapeldecken und Lattenverkleidungen wie in Kreuzlingen, teils mit flächigen BSH-Trägern als tragendem Element und gelochten Dreischichtplatten im Bereich der Akustikkammern.
Wir reagieren auf Anforderungen im individuellen Projekt, seien es optische Anforderungen oder Kostenanforderungen, und entwickeln darauf basiert passende Ideen und Lösungen. Die Vergangenheit zeigt: Oft entstehen genau daraus Innovationen, die für den Holzbau über das Einzelprojekt hinaus bedeutend sind.
Dieser Artikel ist der dritte Teil einer chronologischen Serie. Lesen Sie auch:
