Wir haben das Architektenteam von Berger + Partner und die Bauherrschaft in den Bereichen Tragwerksplanung, Bauphysik und Brandschutz begleitet.
Tradition trifft auf Moderne
Direkt neben dem erst kürzlich sanierten, 200 Jahre alten Gasthaus Traube entstand das dazugehörige Boutique-Hotel. Wo sich bis anhin noch eine grosse Scheune befand, thront nun der moderne Holzbau mit einem öffentlichen Gastronomiebereich im Erdgeschoss. Dieser wird seit der Eröffnung des Hotels im Sommer 2023 als Frühstücksraum sowie als Tagesbistro genutzt. Durch einen unterirdischen Durchgang ist das Hotel mit dem Restaurant verbunden.
Die Vision
Im Zentrum stand ein nachhaltiges Bauen mit möglichst natürlichen Materialien. Nicht nur das Tragwerk und die Aussenfassade, sondern auch der hochwertige Innenausbau und die Gartengestaltung rücken das Material Holz in den Vordergrund.
Die Vision war es, durch Haptik, Ästhetik, dem Geruch von Holz, warmen Lichtern und einer kunstvoll und detailbewussten Einrichtung einen Ort zu schaffen, der alle Sinne berührt. Rund um das Hotel und den Gasthof finden sich daher mehrere idyllische Plätze zum Verweilen an und auf dem Wasser – eine kleine Oase, in der jeder neben Entspannung auch noch etwas fürs Auge und den Gaumen findet.
Fassade in Anlehnung an japanische Handwerkstechnik
Der dreistöckige Holzbau auf dem massiven Sockelgeschoss hat eine karbonisierte Fichtenfassade erhalten. Die Technik des Karbonisierens stammt aus Japan und ist auch bekannt als «Yakisugi»-Methode – von «Yaki» (verkohlt) und «Sugi» (Zeder). Heutzutage wird die Technik auch an einheimischen Holzarten wie Fichte, Eiche oder Lärche angewandt.
Die schwarze Holzfassade verleiht dem Hotel nicht nur optisch einen edlen Schliff. «Karbonisiertes Holz kann darüber hinaus ganz ohne weitere Behandlung im Aussenbereich verwendet werden. Eine nachhaltige Möglichkeit aus einer alten japanischen Tradition», erklärt Philipp Umiger. «Für die Fassade wurde das Holz zuerst gebrannt, dann gewaschen und zuletzt gebürstet. Dieser Vorgang wurde zweimal durchgeführt. Durch das Verkohlen der Oberfläche verändert sich das Holz, sodass es resistenter gegen Schimmelpilze, Fäulnis und Verwitterung wird».
Zum einen wurde so eine natürliche und beständige Holzfassade geschaffen. Optisch erinnert die Fassade zum anderen an das dunkel gegerbte Holz der ehemaligen Scheune.
«Das Dach wurde von uns in Rahmenbauweise entwickelt. Durch die Vorfertigung der Holzrahmen konnten wir die Bauzeit reduzieren und das Gebäude während des Baus vor der Witterung schützen.»
Herausforderung Schallschutz
Das Hotel mit insgesamt 14 Doppelzimmern wurde als schichtreduzierter Massivholzbau ohne Vorsatzschalen entwickelt. Der Anspruch war es, die Massivität des Holzbaus auch raumseitig zu spüren. Eine Herausforderung für uns waren dabei die hohen Anforderungen an den Schallschutz innerhalb des Gebäudes. «Um diesen Anforderungen gerecht zu werden mussten wir den Schallschutz durch alle Gewerke detailliert planen und die Ausführung am Bau kontrollieren», sagt Dominik von Büren. «Durch Messungen vor Ort konnten wir die Einhaltung des erforderlichen Schallschutzes während und nach der Bauphase überprüfen und einhalten».
Nachhaltig, natĂĽrlich und regional
«Es wurde nicht nur auf eine nachhaltige Bauweise mit natürlichen Materialien gesetzt, sondern auch auf Regionalität. So waren fast ausschliesslich regional ansässige Partner im Projekt involviert. Der Grossteil des verwendeten Holzes stammt aus dem nahegelegenen Toggenburg» – Lukas Wolf.


















