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Holz – ein Wunderwerk der Natur

Britta Bach, August 2023

Holz ist einer der ältesten natürlichen Baustoffe und wird seit vielen hundert Jahren zum Bauen genutzt. Gründe hierfür gibt es viele, denn der nachwachsende Rohstoff vereint viele positive Eigenschaften in sich.

War in den letzten Jahrzehnten die Massivbauweise das Mass aller Dinge, steigt im Rahmen der Diskussion um nachhaltiges Bauen und dem Klimaschutz seit Jahren die Nachfrage und die Attraktivität von Holz als Baustoff an. Für uns ist das kein aktueller Trend, sondern gelebter Alltag. Bereits vor über 25 Jahren haben wir uns dem Bauen mit Holz verschrieben und seither unzählige Projekte aus allen Objektbereichen tragend mitgestaltet.

Aus unserer Sicht ist Holz als nachwachsender Rohstoff ein ideales Baumaterial und ein Wunderwerk der Natur. Er bietet architektonisch fast grenzenlos kreativen Spielraum und Gestaltungsmöglichkeiten.

  • Haus des Holzes (Fotografie: MARCOLEU GmbH)
    Haus des Holzes (Fotografie: MARCOLEU GmbH)
  • Gipfelrestaurant Chäserugg
    Gipfelrestaurant Chäserugg
  • Campus Rosenheim (Fotografie: Sigurd Steinprinz)
    Campus Rosenheim (Fotografie: Sigurd Steinprinz)
  • Dock A am Flughafen ZĂĽrich (Visualisierung: BUCHAREST STUDIO)
    Dock A am Flughafen ZĂĽrich (Visualisierung: BUCHAREST STUDIO)

Holz als nachhaltiger Baustoff

Bäume wandeln klimaschädlichen Kohlenstoff (CO2) in lebenswichtigen Sauerstoff um. Der nachhaltige Anbau von Holz und auch das Bauen mit Holz trägt somit aktiv zum Klimaschutz bei. Zudem ist Holz zu 100 % biologisch abbaubar und ein natürlicher, nachwachsender Rohstoff.

Ein weiterer großer Vorteil von Holz ist auch, dass es aber nicht nur CO2 bindet. Als erneuerbare und robuste Ressource mit vielfältigen stofflichen und energetischen Verwendungsmöglichkeiten bietet Holz große Potenziale im Hinblick auf eine Kreislaufwirtschaft. Lesen Sie hierzu auch unseren Journalbeitrag: Kreislaufwirtschaft im Holzbau.

Dabei ist das Bauen mit Holz aber nicht automatisch nachhaltig. Das verbaute Holz sollte möglichst regional angebaut und verarbeitet werden. Auch die Wälder müssen regelmäßig und schonend aufgeforstet werden. Wenn dies beachtet wird, entfallen lange und teure Transportwege und die Nachhaltigkeit ist gewährleistet.

Behagliche (Wohn-)Atmosphäre inbegriffen

Häuser aus Holz strahlen eine wohnliche Atmosphäre aus – das hören wir immer wieder von unseren Kundinnen und Kunden. Und sie sind gesund - mit Holz als Baumaterial beginnt ein Haus bzw. ein Bauprojekt zu atmen. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen: Weil der organische Stoff Wasserdampf aufnehmen und wieder abgeben kann, herrscht im Innern eines Holzbaus ein behagliches Raumklima – und zwar von Anfang an. Das liegt daran, dass Holz trocken verbaut wird. Das gibt Feuchtigkeit im Gebäudeinneren keine Chance. Die gute Dämmung eines zeitgemäß gebauten Holzhauses ihrerseits sorgt im Gebäudeinneren für angenehme Temperaturen – im Sommer wie im Winter.

  • Haus des Holzes (Fotografie: MARCOLEU GmbH)
    Haus des Holzes (Fotografie: MARCOLEU GmbH)
  • Haus des Holzes (Fotografie: MARCOLEU GmbH)
    Haus des Holzes (Fotografie: MARCOLEU GmbH)
  • Mehrfamilienhaus BSH20A “Stories" (Fotografie: MWA Hart Nibbrig)
    Mehrfamilienhaus BSH20A “Stories" (Fotografie: MWA Hart Nibbrig)
  • Tonhalle Maag
    Tonhalle Maag
  • Geigenbauschule Brienz (Fotografie: Schweizer Heimatschutz, ZĂĽrich und James Robert Batten, Tokyo)
    Geigenbauschule Brienz (Fotografie: Schweizer Heimatschutz, ZĂĽrich und James Robert Batten, Tokyo)

Hohe Vorfertigung bedeutet effektive und zĂĽgige Errichtung

Der Baustoff Holz ermöglicht zudem einen hohen Vorfertigungsgrad, sodass Projekte effektiv und zügig errichtet werden können. Aufgrund seiner hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften kann Holz nicht nur für Neubauten, sondern auch für Nachverdichtungen von Bestandsbauten wie Anbauten und Aufstockungen, eingesetzt werden. Das Material besitzt eine hohe mechanische Festigkeit und gleichzeitig ein vorteilhaftes Verhältnis von Festigkeit zum Eigengewicht. Die hölzernen Gebäudeteile können in den Produktionshallen maximal vorgefertigt werden. Anders als beim Stahlbeton entfällt auch die Zeit fürs Austrocknen. So reduziert sich die Bauzeit auf der Baustelle und es verringern sich auch die Beeinträchtigungen für die Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort.

Urbane Nachverdichtung und Höhenflüge

Aus der heutigen, urbanen und mehrstöckigen Architektur ist also Holz nicht mehr wegzudenken. Aber der Holzbau boomt nicht nur, er wächst auch buchstäblich weiter in die Höhe. Weltweit entstehen derzeit immer mehr Hochhäuser aus Holz. Läuft alles nach Plan, werden schon bis 2030 atemberaubende (Holz-)Projekte mit bis zu 80 Stockwerken in den Himmel ragen.

  • BĂĽro- und Gewerbehochaus Arbo (Fotografie: Zug Estates AG, Zug)
    BĂĽro- und Gewerbehochaus Arbo (Fotografie: Zug Estates AG, Zug)
  • Holzhochhäuser auf dem Papieri-Areal (Fotografie: Nightnurse Images, ZĂĽrich)
    Holzhochhäuser auf dem Papieri-Areal (Fotografie: Nightnurse Images, Zürich)
  • SAWA - Hochhaus Rotterdam (Fotografie: ©mei architects and planners)
    SAWA - Hochhaus Rotterdam (Fotografie: ©mei architects and planners)
  • Mehrfamilienhaus BSH20A “Stories" (Fotografie: MWA Hart Nibbrig)
    Mehrfamilienhaus BSH20A “Stories" (Fotografie: MWA Hart Nibbrig)

Abseits dieser gewaltigen Vorzeigeobjekte ist Holz auch im mehrgeschossigen Wohnbau sehr interessant. Das Stichwort lautet hier: urbane Nachverdichtung. Nicht nur die Ressourcen, auch der Wohnraum wird immer knapper. Aufgrund wachsender Bevölkerungszahlen und zunehmender Urbanisierung müssen wir schnell Lösungen finden, wie auf einer begrenzten und eigentlich bereits voll bebauten Grundfläche neuer Wohnraum geschaffen werden kann. Die einzige Richtung in den bereits stark verdichteten Stadtzentren, die noch offensteht, ist nach oben. Das bedeutet, neue Wohnungen auf oder zwischen bestehenden Strukturen entstehen zu lassen.

Aber das Aufstocken von bestehenden Gebäuden ist eine komplexe Angelegenheit – gerade, was die Statik angeht. Hier spielt Holz seinen entscheidenden Gewichtsvorteil gegenüber Massivbauweisen aus, ist aber in seiner Tragfähigkeit genauso stabil.

  • Aufstockung Spital Sylvana
    Aufstockung Spital Sylvana
  • Aufstockung Wientapper Weg, Hamburg
    Aufstockung Wientapper Weg, Hamburg
  • Aufstockung Wohn- und Geschäftshaus Heinrichsallee (Fotografie: Peter Hinschläger, Aachen)
    Aufstockung Wohn- und Geschäftshaus Heinrichsallee (Fotografie: Peter Hinschläger, Aachen)

Eine Feuerwehrweisheit besagt: Holz brennt sicher.

Architektonisch klingt das alles sehr reizvoll, doch haben viele Bauherren beim Thema Bauen mit Holz noch immer Bilder gefährlicher Brände im Kopf.

Unter Berücksichtigung der heutigen Bauweisen und einzuhaltenden Vorschriften ist diese Einschätzung aber tatsächlich ein Trugschluss. Stahl versagt im Brandfall plötzlich und unabsehbar. Bei einem Gebäude aus Holz verbrennt das Holz langsam von außen nach innen. Daher ist die Tragfähigkeit von Holzkonstruktionen länger gewährleistet, so dass die Struktur nicht überraschend zusammenbricht. Das Versagen einer Konstruktion aus Holz kündigt sich an und ist so viel besser einschätzbar.

Das liegt daran, dass Hölzer eine bekannte Abbrandrate und Brandtemperatur und Holzbauteile einen verhältnismässig hohen Feuerwiderstand haben. Zudem sorgt die Verkohlung des brennenden Holzes an der Oberfläche für eine Schutzschicht, die das Abbrennen des Materials zusätzlich verlangsamt.

  • Feuerwache Wegberg (Quelle: Scheidt Kaspruch Gesellschaft von Architekten mbH)
    Feuerwache Wegberg (Quelle: Scheidt Kaspruch Gesellschaft von Architekten mbH)
  • Sanitätsnotrufzentrale SANO und Rettungsdienst (Fotografie: Dominique Marc Wehrli, Dietikon)
    Sanitätsnotrufzentrale SANO und Rettungsdienst (Fotografie: Dominique Marc Wehrli, Dietikon)

Digitales Bauen treibt den innovativen und effizienten Holzbau voran

Im Holzbau ist das digitale Bauen in vielen Planungsbüros Alltag und bietet viele attraktive Möglichkeiten. Es reduziert Schnittstellen, erhöht die Qualität der Planungs- sowie Führungsprozesse und begünstigt die Reduktion von Fehlerkosten und Leerläufen. Die Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) ermöglicht den Transfer von den traditionellen 2D-Zeichnungen zu den informationsreichen 3D-Plänen und ist die Grundlage interdisziplinärer Planung und Zusammenarbeit. Optimierte Projektorganisation und Planungsabläufe sowie die Nutzung von Softwaretools bei Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden können Zeit, Qualitäts- und Kostenvorteile bringen. Als Holzbaufachleute sind uns die Vorteile der modellbasierten Zusammenarbeit bereits seit der Firmengründung bekannt und diese Methodik ist fester Bestandteil unserer Projektbearbeitung.

Aus unserer Sicht sind dem Holzbau wenig bis keine Grenzen gesetzt! Wir werden diese weiterhin ausloten, neue Innovationen entwickeln und gemeinsam mit Ihnen spannende Holzbauprojekte umsetzen!

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