Wie es dazu kam
Bereits im Jahr 2019 haben wir mittels einer detaillierten Datenerhebung nach GRI (Global Reporting Initiative), die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit innerhalb unseres Unternehmens geprüft. Aus den Ergebnissen wurden entsprechende Ziele abgeleitet und Optimierungsmassnahmen definiert. Nun, fünf Jahre später, haben wir geprüft, ob unsere Massnahmen von damals greifen und dies auch innerhalb der Datenerhebung mit Zahlen belegt werden kann. Von Beginn an war die Vergleichbarkeit mit den damaligen Zahlen ganz wichtig, wonach selbstverständlich auch jene Daten erhoben wurden, die seinerzeit unternehmensspezifisch waren und über die Bewertung nach GRI hinausgingen, wie beispielsweise die Pendelmobilität.
esg2go als Analyse- und Messinstrument
Mit esg2go wurde ein Analyse- und Messinstrument gewählt, welches einerseits Informationen über die ökonomische, ökologische und soziale Leistung eines Unternehmens aufzeigt und andererseits auch mit anderen Klein- und Mittelunternehmen vergleichbar macht. Insgesamt folgt esg2go den Prinzipien von Global Reporting Initiative (GRI). Die Daten werden innerhalb der einzelnen Schlüsselbereiche strukturiert gesammelt und analysiert. Die finalen Resultate (Scores) werden über mehrere Teilschritte ermittelt. Vereinfacht erklärt, wird im sogenannten Footprint (Fussabdruck) die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens dargestellt. Der Footprint misst die negativen Auswirkungen des Unternehmens, wie beispielsweise den Energieverbrauch. Ergänzend zeigt der Handprint (Handabdruck) die positiven Aspekte des Hauptgeschäfts eines Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft auf – in unserem Fall das Bauen mit Holz. Die Resultate aus beiden Bereichen werden zu einer Gesamtscore aggregiert. Die Skala reicht von 0 (Minimum) bis 100 (Maximum), wobei der Benchmark in unserem Fall seitens esg2go bei 60 Punkten definiert wurde.
Ergebnis deutlich ĂĽber dem Benchmark
Mit einem Gesamt-Rating von 78.72 Punkten liegen wir deutlich über dem Benchmark und stehen im Vergleich mit über hundert anderen Firmen aus der gleichen Branche sehr gut da. Die höchsten Werte generell erreichen wir im Bereich der Umwelt, genannt «Environment» nach esg2go. Die hohen Ratings zeigen bereits, dass wir in allen drei geprüften Bereichen verantwortungsvoll handeln. Noch spannender ist jedoch, was im Detail dahintersteckt. Die Nachhaltigkeit im Grundsatz ist bereits Bestandteil unserer Dienstleistung – dem Planen und Bauen mit Holz. Mit jedem Kubikmeter an verbautem Holz wird in den von uns tragend gestalteten Projekten langfristig CO2 gebunden. Darüber hinaus legen wir grossen Wert darauf, dass, wo immer möglich, Holz aus regionalen Wäldern verwendet wird, um einerseits unnötige Transportemissionen zu verhindern und andererseits die Waldböden der Region aufzuwerten. Denn wichtig an dieser Stelle gilt anzumerken, dass die Holzung in regionalen Wäldern nicht zuletzt auch den vorhandenen Boden aufwertet, woran sich nachwachsende Bäume gut nähren und damit gut wachsen können und die Biodiversität fördert. Und Holz wächst in den Wäldern unglaublich schnell nach. Als Beispiel dazu: Im Haus des Holzes wurden rund 1'600 Kubikmeter Holz verbaut – diese Menge wächst in 80 Minuten in Schweizer Wäldern nach. Gleich verhält es sich auch in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern.
Zum hohen Rating im Bereich der Umwelt haben aber weitaus mehr Faktoren gefĂĽhrt. Beispielsweise auch, dass wir generell mit den Ressourcen achtsam umgehen. Strom nutzen wir ausschliesslich aus erneuerbaren Quellen, genauer aus Solarenergie und Wasserkraft.
Hebelwirkung im Bereich der Mobilität
Bereits im Berichtsjahr 2019 haben wir die Mobilität und insbesondere die Pendelmobilität unserer Mitarbeitenden genauer unter die Lupe genommen. Das Bild damals hat gezeigt, dass der grösste Anteil der verursachten CO2-Emissionen die Pendelmobilität ausmacht. Das war mitunter ein massgebender Punkt bei der Suche nach einem neuen und grösseren Standort für den Hauptsitz, wonach Sursee als idealer Ausgangspunkt gewählt wurde. Die unmittelbare Nähe zum Bahnhof, wie wir sie in Sursee haben, ist aber keineswegs nur am Hauptsitz so – wir legen an allen Standorten grossen Wert darauf, dass wir für Mitarbeitende wie auch für unsere Kundinnen und Kunden gut mit der Bahn und den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
Nun zur wohl interessantesten Frage – hat sich denn die Mobilität seit 2019 bei PIRMIN JUNG positiv verändert? Diese Frage lässt sich mit einem ganz klaren «Ja» beantworten. Mit dem kontinuierlichen Wachstum des Unternehmens hat sich zwar die Anzahl der Pendelkilometer nicht verringert, aber die dadurch verursachten CO2-Emissionen konnten um starke 30 Prozent reduziert werden. Dieses Beispiel zeigt uns einmal mehr, dass das verantwortungsvolle Handeln weit über unser Wirken innerhalb der Projekte hinausgeht. Über 63 Prozent unserer Mitarbeitenden pendeln emissionsarm mit Bahn und Bus, 8 Prozent sogar emissionsfrei mit dem Fahrrad oder zu Fuss. Auch die Emissionen im Bereich der geschäftlichen Mobilität konnten deutlich verringert werden. Wir nutzen für unsere Dienstreisen grösstenteils die öffentlichen Verkehrsmittel, für alle anderen Fälle verfügen wir an unseren Standorten über Carsharing-Konzepte (Mobility), wobei die Fahrzeugflotten mit Elektrofahrzeugen ausgestattet sind.
«Die CO2-Emissionen aus unserer Pendelmobilität konnten wir mit gezielten Massnahmen um 30 Prozent reduzieren.»
Zufriedene Mitarbeitende tragen mit
Ein wichtiges Gut in jedem Unternehmen sind die Mitarbeitenden. Dabei ist es wichtig, die Bedürfnisse und insbesondere die Zufriedenheit der Mitarbeitenden bewusst zu erfüllen und zu stärken. Aus diesem Grund investieren wir nicht nur in Form von Benefits in unsere Mitarbeitenden, sondern auch in Form von regelmässigen Wissensvermittlungen. Wir ermöglichen Weiterbildungen und leben bewusst gemeinsame Momente als Team, wie beispielsweise während unserer Firmenreise, welche alle zwei Jahre stattfindet oder in gemeinsamen Bereichs- und Jahresanlässen. Wir leben eine offene, transparente und wertschätzende Unternehmenskultur, wo sich Mitarbeitende einbringen und mitgestalten können. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zeigt sich in einer Skala von 10 bei 9,6 Punkten. Das durchschnittliche Dienstalter von 8,5 Jahren lässt ebenfalls darauf zurückschliessen, dass sich Mitarbeitende bei uns wohlfühlen und zufrieden sind. Unsere Motivation ist es, diese grossartigen Werte sowie unsere Mitarbeitenden zu halten.
Agile Organisationsform als Grundlage fĂĽr die Weiterentwicklung
Inhabergeführte Unternehmen ohne unabhängige Verwaltungsräte und ohne Trennung zwischen Verwaltungsratspräsident und CEO führen in Analyse- und Bewertungstools wie esg2go automatisch zu tieferen Werten im Bereich der Unternehmensführung «Governance». Deshalb, weil Risiko und Abhängigkeit unmittelbar miteinander verbunden sind. Eine Organisationsstruktur, wie wir sie bei PIRMIN JUNG kennen, kann in einem vereinfachten Tool wie esg2go nicht direkt und aussagekräftig abgebildet werden. Seit April 2024 sind wir in einer Ringorganisation organisiert. Das Unternehmen organisiert sich selbst, von innen heraus, in dem strategische Themen breiter abgestützt werden und das Expertenwissen möglichst vieler Mitarbeitenden optimal genutzt wird. Die Hierarchie ist flach, die Wege sind kurz und das Mitgestalten der Mitarbeitenden wird ausdrücklich erwünscht. Mit dieser innovativen und agilen Organisationsform haben wir die Grundlage geschaffen, um uns kontinuierlich weiter zu entwickeln, auch jüngeren Mitarbeitenden Verantwortung zu übertragen und das verantwortungsvolle Bauen mit Holz auch in Zukunft tragend mit zu gestalten.
Kleine Beiträge mit grosser Wirkung
Mit dem genauen Hinschauen, Analysieren, Auswerten und Reflektieren ist uns einmal mehr bewusst geworden, wie weitreichend die Aspekte der Nachhaltigkeit sind. Bereits heute bieten wir unsere Dienstleistungen CO2-neutral an. Dennoch sind wir bestrebt, den Energieverbrauch in Zukunft weiter zu senken und unnötige CO2-Emissionen zu vermeiden, damit wir mit den natürlichen Ressourcen noch achtsamer umgehen.
«Wir bieten unsere Dienstleistungen bereits heute CO2-neutral an, möchten unseren Energieverbrauch aber dennoch in Zukunft weiter reduzieren.»
Das Wirken im Sinne der Nachhaltigkeit ist ein stetiger und sich wandelnder Prozess, ein immer wieder Reflektieren, wo und wie noch sorgsamer mit den wichtigen Ressourcen der Erde umgegangen werden kann. Nachhaltigkeit ist keineswegs nur Sache von grösseren Unternehmen – wir alle haben es in der Hand, mit kleinen Beiträgen eine grosse Wirkung zu erzeugen. Denn Nachhaltigkeit fängt schon im kleinsten Detail an und kann einen wichtigen und bewussten Part in unserem Alltag einnehmen, damit wir die Welt noch lebendiger und erlebbarer machen sowie die Zukunft kommender Generationen sichern können.
«Herzlichen Dank an diePROJEKFABRIK für die tolle Begleitung bei der Erarbeitung unseres ausführlichen Nachhaltigkeitsberichts.»
Mehr Informationen sowie unsere Kernaussagen finden Sie unter:
Nachhaltigkeitsbericht
















