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Besichtigung Schulhaus Martin Haffter

Fabienne Wey, Rain, 15. Oktober 2021

Aus einem Projektwettbewerb ist entstanden, was wir am 14. Oktober mit zahlreichen Gästen besichtigen durften: das Schulhaus Martin Haffter in Weinfelden. Die Isler Gysel Architekten haben diesen Wettbewerb 2017 für sich entschieden. Schon in der wichtigen Entstehungsphase war PIRMIN JUNG mit im Boot. Damit aber nicht genug: Der Abend wurde ausserdem die offizielle Inthronisation für den Standort Frauenfeld. Standortleiter Andreas Zweifel durfte das sechsköpfige Frauenfelder Team vorstellen.

Einige Gedanken zur Architektur

Unter diesem Titel erzählte Manuel Gysel von der Entstehung dieses Schulhauses, das sich für Fachleute, aber auch für Passanten, Lehrpersonen und Schüler als echter Hingucker präsentiert. Die Beleuchtung des Gebäudes erfolgt über die beiden Oblichter - und die beiden Lichthöfe sorgen für Offenheit und Transparenz im Gebäude. Treffpunkt der Gäste am Besichtigungstag war die abgesenkte Aula, die den Kindern im Alltag als Spiel- und Aufenthaltsfläche dient.

Dass auf der Parzelle, auf dem das neue Schulhaus steht, unterirdisch ein altes Notspital stationiert ist, war für das heutige Schulhaus schlussendlich formgebend. «Das Überbauen des nicht mehr ganz taufrischen Bunkers aus den 1970-er Jahren erforderte ein leichtes Gebäude, also war ein Holzbau fast schon zwingend», erklärte Manuel Gysel.

Vom statischen Konzept, aber auch von den architektonischen Raffinessen durften sich die Teilnehmer später selber überzeugen. In vier Gruppen begab man sich auf eine Führung durch die Klassenräume, die Bibliothek, den Medienraum und die weiteren Räumlichkeiten. Dabei stachen vor allem die sichtbaren Holzrippendecken ins Auge, die die einzelnen Räume prägen. Es fiel aber auch auf, wie durchdacht das ganze Raumkonzept ist. Keine brachen, nicht genutzten Räume. Clusterlösungen, wo möglich. Flexibilität in der Raumnutzung. Ein Haus voller Leben!

  • Die Gäste konnten sich während der FĂĽhrung selber einen Augenschein nehmen.
    Die Gäste konnten sich während der Führung selber einen Augenschein nehmen.

Lokale Ressourcen

Lukas Wolf, Standortleiter PIRMIN JUNG in Sargans, hat das Projekt von der Pike auf begleitet. Sein Referatsteil bezog sich auf die spannenden Gegebenheiten rund um die Beschaffung des Baumaterials. Dieses sollte nämlich auf Wunsch der Baukommission aus den umliegenden Wäldern von Weinfelden stammen. Welche Herausforderungen dies bot, wie gross das Thema Zusammenarbeit war, und wie allfällige Hürden schlussendlich gemeistert werden konnten, war Inhalt seiner Ausführungen. So konnte er den Teilnehmenden von einem Tragwerk in Fichte / Tanne aus dem Thurgauer Holz berichten. Rund 720 m3 wurden dafür eingesetzt. Er durfte auch von einer Fassade aus Thurgauer Tanne erzählen; rund 1'850 m2 Schalung sind hier sichtbar.

Dass eine solche Beschaffung nur mit einem funktionierenden Netzwerk zu realisieren ist, konnte Lukas Wolf nicht oft genug betonen. Sowieso spürte man den hervorragenden Teamgeist unter allen Beteiligten, die sich für die saubere Ausführung und perfekte Umsetzung des Bauprojekts stark gemacht haben. Dies wusste auch Pirmin Jung, CEO der PIRMIN JUNG Schweiz AG, zu schätzen. So liess er es sich nicht nehmen, auch einige Worte an die Anwesenden zu richten und Dank an jene auszusprechen, denen Dank gebührte.

  • Pirmin Jung und Lukas Wolf von PIRMIN JUNG Schweiz AG.
    Pirmin Jung und Lukas Wolf von PIRMIN JUNG Schweiz AG.

Eröffnung des Standortes Frauenfeld

Die Organisation des Abends hatte noch einen anderen Ursprung. Seit nunmehr einem Jahr wirkt ein Team von Holzbauingenieuren, Bauphysikern und Schallschutzexperten von Frauenfeld aus. Standortleiter Andreas Zweifel konnte sein sechsköpfiges Team vorstellen und einige Worte an die Anwesenden richten. So hat es ihn, den Thurgauer, nach zehn Jahren in der Innerschweiz wieder in die Heimat gezogen. Dass dies mit der Eröffnung eines Standortes verbunden werden konnte, schätzt er sehr und richtete seinen Dank an Pirmin Jung. Es ist bereits der dritte Standort, der auf diese Weise entstanden ist. Auch in Sargans und Thun sind «Heimat-Rückkehrer» als Standortleiter oder -mitarbeitende tätig. Ein System mit Erfolgsgarant.

Beim anschliessenden Apero konnten sich die Gäste mit gezielten Fragen an die Fachpersonen wenden. Es entstanden fachlich anspruchsvolle Gespräche und ein freundschaftlicher Austausch und man spürte der grossen Gruppe an, dass die Begeisterung für spannende Architektur und hochqualitativen Holzbau verbindet.

  • Andreas Zweifel als Standortleiter spricht zu den Gästen, welche später gemeinsam gute Gespräche im Rahmen des Aperos genossen.
    Andreas Zweifel als Standortleiter spricht zu den Gästen, welche später gemeinsam gute Gespräche im Rahmen des Aperos genossen.