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Die Waldoffensive

Jasmin Christen, Juli 2019

Eine neue ETH-Studie zeigt: Mit Hilfe des Waldes und der langlebigen Verwendung von Holz könnte man damit tatsächlich den CO2-verursachten Temperaturanstieg aktiv bekämpfen. Als Ingenieure und Planer für Holzbau leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, dass das Holz der Wälder verbaut und damit das gebundene CO2 langfristig gespeichert wird. Seit 2016 engagieren wir uns aktiv bei der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet, die weltweit 1'000 Milliarden Bäume pflanzen will.

Wie kriegen wir das CO2 in den Griff?

Der Klimawandel beschäftigt Politik und Gesellschaft. Er gilt als eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Die Frage wie man dagegen ankommt, beschäftigt die Leute fast noch mehr. Der Wald ist eine mögliche Lösung. Denn Bäume können das CO2 aus der Luft filtern und dank der Photosynthese den Sauerstoff vom Kohlenstoff trennen und diesen speichern. Nun zeigen die Forscher der ETH Zürich erstmals: Das Potenzial dieses Speichers könnte weitaus grösser sein als bisher angenommen.

Aufforstung als Lösung

Etwa 300 Milliarden Tonnen CO2 wurden seit der Industrialisierung ausgestossen. Mitautor der neuen Studie, Tom Crowther der ETH Zürich, sagt: «Forsten wir die Wälder entsprechend auf, könnten die neuen Wälder zwei Drittel dieses Kohlenstoffs absorbieren». Im Moment stünde weltweit ein Gebiet der Grösse der USA für die Aufforstung zur Verfügung.

  • VerfĂĽgbare Flächen fĂĽr die Aufforstung. Quelle: SRF, Juli 19
    Verfügbare Flächen für die Aufforstung. Quelle: SRF, Juli 19

Holz nutzen heisst Verantwortung tragen

Kaum gepflanzt, beginnen Bäume CO2 aus der Luft zu saugen und schon reduziert das die Klimabelastung. Ein Kubikmeter Holz kann rund eine Tonne CO2 absorbieren. Wenn das Holz im Wald bleibt, wird es alt und verfault – das CO2 geht zurück in die Luft. Wird das Holz aber verarbeitet und verbaut, speichert es den gebundenen Kohlenstoff noch viel nachhaltiger.

Gebäude aus Holz haben über die gesamte Lebensdauer betrachtet eine hervorragende Ökobilanz. Seit zwei Jahrzehnten entwickelt sich der Holzbau rasant – vor allem in Mitteleuropa. Wir haben diese Entwicklung tragend mitgestaltet und sind überzeugt, dass das Bauen mit Holz weltweit einen Aufschwung erfährt – unser Know-how wird vielerorts gefragt sein.

Wir entwickeln und fördern das Bauen mit Holz – aus Überzeugung.

Wie geht es weiter?

Gemäss Tom Crowther hilft jede Kleinigkeit: «Jede und jeder kann mithelfen, um den Klimawandel zu beeinflussen.» Seine Lösung, mit Aufforstung den CO2-verursachten Klimawandel zu bekämpfen, sei schlicht die billigste und effizienteste Methode, um gegen den Klimawandel vorzugehen. Die Menschheit habe keine andere Wahl als diese Lösung zu forcieren. Den Zusatznutzen nennt der Autor der Studie nicht: mit dem Pflanzen von Bäumen in Entwicklungsländern können neue regionale Wirtschaftskreisläufe entstehen.

Wir pflanzen Bäume für eine bessere Zukunft!

Als Holzbauingenieurinnen und -ingenieure arbeiten und planen wir täglich mit Holz, ein lebendiger, erneuerbarer Baustoff, den die Wälder der Erde produzieren. Gesunde Wälder sind die Grundlage unseres Wirkens. Sie erhalten aber auch die Artenvielfalt, liefern saubere Luft, regulieren den CO2-Gehalt der Atmosphäre und tragen so zum Klimaschutz bei. Sowohl als nachhaltig bewirtschaftete Ressource oder als geschützter Naturraum: Wälder sind ein essenzieller Teil unseres Ökosystems.

Deshalb engagieren wir uns für die Initiative Plant-for-the-Planet. Im Rahmen unseres 20-Jahre-Jubiläums haben Marianne und Pirmin Jung zusammen mit Felix Finkbeiner die «Plant-for-the-Planet Stiftung Schweiz» gegründet, die sich schon vor 10 Jahren zum Ziel setzte, weltweit 1'000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Gemeinsam gestalten sie die vielfältigen Aktivitäten in der Schweiz ehrenamtlich.

Seit 2018 spenden wir 0.25% des verrechneten Honorars für das Pflanzen von Bäumen in einem Entwicklungsland. Wir sind überzeugt, damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft für unsere Kinder zu leisten: Jeder Baum wird im Laufe seines Wachstums rund 0.2 Tonnen CO2 aus der Luft absorbieren. Die Pflege und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder schaffen zudem Arbeitsplätze und tragen zu fruchtbareren Böden bei.