Der Flughafen Zürich verbindet seit bald 75 Jahren die Schweiz mit der Welt. Da sich Anforderungen an den Flugbetrieb ständig verändern und Flughafenbauten ans Ende ihrer Lebensdauer kommen, müssen sie kontinuierlich erneuert, erweitert oder ersetzt werden. Nach über 35 Jahren Betrieb ist das Dock A bald am Ende seines Lebenszyklus angelangt und muss ersetzt werden.
Am Flughafen Zürich soll das bisher grösste, hauptsächlich aus Holz hergestellte Flughafendock gebaut werden.
Ausgewiesene Fachjury wählte «Raumfachwerk»
Aus den ursprünglich zehn eingereichten Projekten vermochte das Projekt «Raumfachwerk» die breit zusammengesetzte 11-köpfige Jury unter der Leitung des Basler Architekten Harry Gugger am meisten zu überzeugen. Damit soll am Flughafen Zürich das bisher grösste, hauptsächlich aus Holz hergestellte Flughafendock gebaut werden. «Insbesondere aus nachhaltiger, betrieblicher und wirtschaftlicher, aber auch aus städtebaulicher und architektonischer Sicht, war das Projekt ‘Raumfachwerk’ am überzeugendsten», so Andreas Schmid, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Zürich AG, der ebenfalls Teil der Jury war.
Siegerteam um BIG
Das Siegerteam «Raumfachwerk» unter der Leitung des renommierten Architekten Bjarke Ingels besteht aus einer Kooperation verschiedener Planungsbüros. Nebst seinem Architekturbüro BIG aus New York gehört auch das Büro HOK dazu, das auf Flughafenbauten spezialisiert ist und das Zürcher Architekturbüro 10:8. Das Ingenieurbüro Buro Happold verfügt über umfangreiche Erfahrung im Flughafenbau und ist ebenfalls Teil des Teams. PIRMIN JUNG hat das Team mit seinen Kompetenzen im Tragwerksentwurf und in der Tragwerksplanung der Holzkonstruktion sowie im Bereich der Bauphysik unterstützt.
« Für das neue Dock A des Flughafens Zürich haben wir versucht, der komplexen globalen Herausforderung der CO2-Absenkung mit einer möglichst einfachen Lösung zu begegnen: Ein Raumtragwerk aus Massivholz, das Struktur, Raumerlebnis, architektonische Gestaltung und Organisationsprinzip in einem ist. Ein einfaches, aber ausdrucksstarkes Design, das in der Tradition verwurzelt und der Innovation verpflichtet ist und die kulturellen und natürlichen Elemente der Schweizer Architektur verkörpert.»
Bjarke Ingels, Architekt, Gründer und Leiter des Büros BIG, in New York
Prägendes Holzwerk
Das Tragwerkssystem des Docks besteht aus V-förmigen Holzbindern und Holzfachwerken an den Aussenwänden. Holzdecken mit über 12 m spannen zwischen Unterzügen, welche in die Holzbinder eingehängt sind. Der bis zu 6-geschossige Wurzelbereich wird ebenfalls mit weitgespanten Holzhohlkastendecken konstruiert, welche über Stahlträgern auf Stützen lagern. Die Holzkonstruktion wird von einer Stahlbetonunterkonstruktion getragen. Diese Lösung nimmt Bezug auf die jahrhundertealte Tradition des Holzbaus in der Schweiz und die Formen von Steildächern in der Alpenlandschaft.
Das Innere des neuen Docks A und des Wurzelbereiches bietet ein hohes Mass an Flexibilität für zukünftige Anpassungen. Der zentrale Knotenpunkt verbindet und kanalisiert den Fluss aller Passagiere zwischen dem Dock A und den anderen Docks des Flughafens. Das hölzerne Fachwerkdach dieses zentralen Raums fliesst hinaus und geht in den Flugsicherungsturm über, der als tragender, betonierter Mast eine erhöhte strukturelle Stabilität bietet. Die doppelt gekrümmte Holzgitterschale im Scheitelpunkt des Atriumdaches ist ein Oberlicht, das viel natürliches Licht in den offenen Innenraum bringt.
Die ambitionierte Holzbaukonstruktion und die innere Organisation versprechen ein ausserordentliches Raumerlebnis.
Leuchtturmprojekt für Schweizer Wald und Holz
Solche aufsehenerregenden Grossprojekte machen darauf aufmerksam, dass der Baustoff Holz heute auch im Massstab des Infrastrukturbaus technisch mithalten und dabei exzellente Leistungen erbringen kann. Doch die Vorteile von Holz liegen nicht nur in seinem interessanten Tragverhalten und der angenehmen Ausstrahlung, sondern vor allem auch in seiner Ökobilanz, die entscheidend besser ausfällt als bei konventionellen Bauweisen.
Der benötigte Rohstoff Holz ist in der Schweiz und im nahen Ausland vorhanden und bei angemessenem Vorlauf stehen die ausreichenden Verarbeitungskapazitäten bereit. Vorhanden ist im weltweit führenden Holzbauland Schweiz aber insbesondere auch die bautechnologische Kompetenz. «Die Schweizer Holzwirtschaft ist heute technologisch und leistungsmässig in der Lage, ein Grossprojekt wie das neue Dock A mit der Wurzel in der gefragten Zeit weitgehend mit Schweizer Holz auszuführen», zeigt sich Holzbauingenieur Pirmin Jung überzeugt.
«Die Schweizer Holzwirtschaft ist heute technologisch und leistungsmässig in der Lage, ein Grossprojekt wie das neue Dock A mit der Wurzel in der gefragten Zeit weitgehend mit Schweizer Holz auszuführen.»
Facts & Figures
Name: Zürich Flughafen Dock A
Standort: Zürich, Schweiz
Auftraggeber: Flughafen Zürich AG
Team:
BIG | Leitung Architektur
HOK | Luftfahrtarchitektur
10:8 Architekten | lokale Architektur
Buro Happold | Tragwerksplanung
PIRMIN JUNG Schweiz AG | Tragwerksplanung Holz und Bauphysik
NACO | Luftfahrtberatung
Zaerter & Partner AG | Maschinenbauingenieur
TLP | Elektroingenieur
B+P Baurealisation | Baumanagement/BIM-Management/Kosten
BIQS | Brandschutz
Pragma | Retail-Strategie
The Design Solution | Retail-Beratung













