In Kriens wurde ein neues Feuerwehr- und Werkhofgebäude errichtet. Obwohl das Objekt mit einer Grundrissfläche von 48x70m beachtliche Dimensionen aufweist, fügt sich der Bau optimal und diskret ins Gelände ein. Besonders auffallend ist das markante Dachtragwerk, das aus punktuell auf Brettschichtholzträgern aufgelagerten Faltwerkscheiben besteht. Die Decke stammen aus liegendem Brettschichtholz, die Aussen- und Innenwände wurden in Holzbauweise errichtet. Die horizontale Aussteifung erfolgt über Dach- und Deckenscheibe in Holzwerkstoffplatten sowie entsprechend aussteifenden Innen- und Aussenwänden.
Generelle Info
In Kriens wurde ein neues Feuerwehr- und Werkhofgebäude errichtet. Obwohl das Objekt mit einer Grundrissfläche von 48 × 70 Metern beachtliche Dimensionen aufweist, fügt sich der Bau optimal und diskret ins Gelände ein. Das Untergeschoss mit Einstellhalle wurde in Massivbauweise errichtet und darüber das zweistöckige Gebäude als tragende Holzkonstruktion erstellt. Die beiden Hallen – Werkhof und Feuerwehr – werden über einen gemeinsamen Infrastrukturteil mit Garderoben und Technikräumen miteinander verbunden.
Tragwerksplanung
Besonders auffallend am Bau ist das markante Dachtragwerk, welches als Falttragwerk ausgebildet ist – in Form von Faltwerkscheiben, die punktuell auf Brettschichtholzträgern lagern. Die Spannweite des Hauptträgers beträgt 21 Meter, wobei der Achsabstand der tragenden Stützen mit 8,1 Metern gewählt wurde. Die Decken sind als liegendes Brettschichtholz ausgeführt, die Wandkonstruktionen als Holzrahmenbau. Die horizontale Aussteifung erfolgt über Dach- und Deckenscheiben in die Holzwerkstoffplatten sowie über die aussteifenden Innen- und Aussenwände in Holzrahmenbauweise. Auf beiden Seiten des Gebäudes wurde über den Halleneinfahrten ein 6 bis 7 Meter auskragendes Vordach errichtet. Die Gebäudehülle besteht aus einer Fassadenbekleidung in Form von hinterlüfteten Trapezblechen, die in einem passenden Bordeauxrot eingefärbt sind. Viele Elemente wurden direkt im Werk vorfabriziert, was eine kurze Bauzeit ermöglichte. Das Gebäude erfüllt die Anforderungen im Sinne von «lebenswichtigen Infrastrukturen im Ereignisfall».
Bauphysik und Nachhaltigkeit
Das Projekt wurde nach den Vorgaben von Minergie gebaut und schliesslich mit Minergie-ECO zertifiziert. Zum Einsatz kamen über 80 % Schweizer Holz, weshalb der Bau mit dem «Herkunftszeichen Schweizer Holz» ausgezeichnet wurde.
Historische Bedeutung
Es handelt sich um den ersten Werkhof in Kombination mit einem Feuerwehrmagazin, den PIRMIN JUNG geplant hat. Das Projekt überzeugt nicht nur durch seine örtliche Verankerung, sondern auch durch eine konsequent regional geprägte Bauweise.
Projektinformationen
- Standort
- Obernauerstrasse 54 6012 Obernau
- Fertigstellung
- 2015
- Bauherrschaft
- Gemeinde Kriens 6011 Kriens
- Architektur
- Masswerk Architekten AG 6005 Luzern
- Holzbau
- Hecht Holzbau AG 6210 Sursee
- Wettbewerb
- 2010, 1. Rang
- Bauart
- Feuerwehrgebäude, Werkhof, Werkgebäude
- Geschosse
- 2
- Bauzeit
- Januar 2015 – März 2016
- Montage Holzbau
- August – Oktober 2015
- Geschossfläche
- 5'405 m²
- Gebäudevolumen
- 27'139 mÂł
- Verbautes Holz
- 1'585 m³, davon 1’347 m³ Schweizer Holz
- Grösste Spannweite
- Decke: 20 m | Dach: 12 m
- Kosten Holzbau
- 2,5 Mio. CHF
- Erstellungskosten
- 15 Mio. CHF


















