In Berlin sind fünf fünfgeschossige und fünf viergeschossige Gebäude in Holztafelbauweise mit außenliegenden Treppenhäusern und insgesamt 46 Eigentumswohnungen entstanden. Die Gebäude sind 17,40 m bzw. 14,40 m hoch und haben Flachdächer. Ihre Außenwände wurden in Holzrahmenbauweise errichtet. Im Innenbereich wurden an einigen Stellen Wände aus Brettsperrholz eingezogen, die der Gebäudeaussteifung dienen. Es wurde eine Holz-Beton-Verbunddecke mit einer sechs Zentimeter dicken, sichtbaren Decke aus BauBuche-Furnierschichtholz eingebaut. Darüber befindet sich eine zwölf Zentimeter starke Schicht bewehrten Aufbetons, eine vier Zentimeter dicke Mineralfaser-Trittschalldämmung, ein sieben Zentimeter starker Zement-Heizestrich und ein Parkettboden aus BauBuche. Dank der außergewöhnlichen Tragkraft und Zugfestigkeit des Werkstoffs konnte ein Querschnitt aus BauBuche von nur sechs Zentimetern erreicht werden. Somit beträgt der Gesamtaufbau der Holz-Beton-Verbunddecke 18 Zentimeter.
Generelle Info
In Berlin sind fünf fünfgeschossige und fünf viergeschossige Wohngebäude in Holzbauweise mit insgesamt 46 Eigentumswohnungen entstanden. Das in sich stimmige Gebäudeensemble bildet mit seinen klaren Flachdachkubaturen und den verschiedenen Gebäudehöhen ein stimmiges Bild im Berliner Großstadtbild am Pistoriusplatz.
Generelle Info
Mit dem Wohnensemble am Berliner Pistoriusplatz wurde ein Projekt realisiert, das den modernen Holzbau technisch weiterentwickelt. Die fünf fünfgeschossigen und fünf viergeschossigen Wohngebäude mit insgesamt 46 Eigentumswohnungen verbinden eine klare, urbane Architektursprache mit innovativen Tragwerkslösungen. Besonders prägend ist der weltweit erste Einsatz von Holz-Beton-Verbunddecken mit BauBuche im Geschosswohnungsbau – ein Meilenstein, der direkt aus der Forschung in die Praxis übertragen wurde.
Tragwerksplanung
Im Mittelpunkt der Tragwerksplanung stand die Entwicklung einer leistungsfähigen und materialeffizienten Deckenkonstruktion, die den Anforderungen des Bauprojekts gerecht wird. Grundlage hierfür waren Versuche der Universität Stuttgart zu direkt und indirekt gelagerten Holz-Beton-Verbunddecken. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen unmittelbar in die Ausführungsplanung ein und ermöglichten den erstmaligen Einsatz von BauBuche in dieser Bauweise.
Dank der hohen Zugfestigkeit des Materials konnten außergewöhnlich schlanke Deckenquerschnitte realisiert werden. Gleichzeitig wurden die Stahlunterzüge vollständig in den Überbeton integriert. Dadurch entsteht eine durchgehende Deckenuntersicht, die sich über Gebäudebreiten von mehr als zwölf Metern ohne sichtbare Unterzüge erstreckt und den architektonischen Ausdruck der Innenräume maßgeblich prägt.
Das Tragwerk wird durch ein präzise abgestimmtes hybrides System ergänzt: tragende Außenwände in Holztafelbauweise, aussteifende Brettsperrholzwände sowie großformatige Stützen aus BauBuche. Letztere wurden hier erstmals in diesem Umfang als lastabtragende Elemente eingesetzt. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Materialien nutzt deren jeweilige Stärken und führt zu einer wirtschaftlichen und leistungsfähigen Konstruktion.
Bauphysik und Nachhaltigkeit
Bereits in der Planungsphase wurden Tragwerk und Bauphysik eng aufeinander abgestimmt. Die Holz-Beton-Verbunddecken verbinden eine hohe Tragfähigkeit mit den bauphysikalischen Anforderungen des mehrgeschossigen Wohnungsbaus. Insbesondere der Schallschutz und das Schwingungsverhalten profitieren von der hybriden Bauweise und tragen so zu einer hohen Wohnqualität im verdichteten städtischen Umfeld bei.
Die sichtbaren Holzoberflächen verleihen den Wohnungen gleichzeitig eine warme, natürliche Atmosphäre und zeigen, dass technische Leistungsfähigkeit und architektonische Qualität sich nicht ausschließen.
Innovation
Die Wohngebäude am Pistoriusplatz markieren einen wichtigen Entwicklungsschritt im hybriden Holzbau. Mithilfe der hier weltweit erstmalig realisierten Holz-Beton-Verbunddecken aus BauBuche wurde eine Konstruktion geschaffen, die hohe Tragfähigkeit, geringe Bauteilhöhen und sichtbare Holzoberflächen vereint und das Repertoire des Holzbaus erheblich erweitert hat.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Forschungsergebnisse in innovative Baupraxis überführt werden können. Es erweitert gleichzeitig die konstruktiven Möglichkeiten des mehrgeschossigen Holzbaus und liefert neue Impulse für materialeffiziente, wirtschaftliche und architektonisch anspruchsvolle Wohngebäude.
Projektinformationen
- Standort
- Pistoriusplatz 1 13086 Berlin
- Fertigstellung
- 2021
- Bauherrschaft
- Pistoriusplatz GbR, Holz GbR 10439 Berlin
- Architektur
- Kaden Klingbeil Architekten / Kaden + Lager 10178 Berlin
- Holzbau
- Brüninghoff GmbH & Co. KG 46359 Heiden
- Fotografie
- Berndt Borchardt, Berlin
- Bauart
- Wohnen
- Geschosse
- Fünf viergeschossiges und und fünf fünfgeschosse Gebäude
- Bauzeit
- August 2012 - Juli 2015
- Montage Holzbau
- September 2016 - Oktober 2017
- Grösste Spannweite
- 6 m
- Konstruktion
- Holztafelbau mit Holz-Beton-Verbunddecken













